Extreme Hitze wird in Deutschland zunehmend zu einer ernsthaften Gefahrenlage. Bundesumweltminister Carsten Schneider fordert deshalb, den Hitzeschutz zu einer gemeinsamen Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen zu machen. Im zweiten Halbjahr 2026 soll ein Vorschlag für eine entsprechende Grundgesetzänderung vorgelegt werden. Längere und intensivere Hitzeperioden belasten nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste und kommunale Infrastruktur. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Pflegebedürftige, Kinder und chronisch Kranke. Für den Bevölkerungsschutz stellt sich damit zunehmend die Frage, wie Deutschland auf langanhaltende Hitze vorbereitet ist.
Bund soll stärker mitfinanzieren
Nach Schneiders Vorstellungen sollen Bund, Länder und Kommunen künftig gemeinsam für den Hitzeschutz verantwortlich sein. Der Bund könnte dadurch Maßnahmen wie Verschattung, Begrünung, Entsiegelung, Kühlung öffentlicher Gebäude und kommunale Hitzeaktionspläne stärker unterstützen. Bislang liegen wesentliche Zuständigkeiten bei Ländern und Kommunen. Gerade finanzschwächere Städte und Gemeinden stoßen deshalb bei umfangreichen Anpassungsmaßnahmen an Grenzen.
Gesundheitswesen besonders betroffen
Extreme Temperaturen können zu mehr hitzebedingten Erkrankungen und einer zusätzlichen Belastung der Notaufnahmen führen. Krankenhäuser und Pflegeheime müssen deshalb über geeignete Kühlung, Verschattung und Notfallkonzepte verfügen. Auch Rettungsdienste können während einer Hitzewelle stärker gefordert sein. Hitze wird damit zunehmend zu einer Belastungsprobe für die kritische Infrastruktur. Städte und Gemeinden sollen ihre Bevölkerung unter anderem durch mehr Grünflächen, Schattenplätze, Trinkwasserangebote und angepasste Bauplanung schützen. Gleichzeitig können Trockenheit und steigender Wasserbedarf die Versorgung zusätzlich belasten. Damit verbindet sich der Hitzeschutz mit weiteren Bereichen des Krisenmanagements – von der Wasserversorgung bis zur Waldbrandvorsorge.
Hitzeschutz wird Teil des Bevölkerungsschutzes
Die geplante stärkere Beteiligung des Bundes zeigt, dass extreme Hitze zunehmend als dauerhafte Herausforderung betrachtet wird. Anders als bei Hochwasser oder Sturm entsteht eine Hitzekrise meist schleichend, kann sich aber über Tage auf große Teile der Bevölkerung auswirken. Entscheidend wird daher sein, ob Deutschland seine Schutzmaßnahmen rechtzeitig ausbaut. Die nächste extreme Hitzewelle kommt möglicherweise nicht überraschend – überraschend wäre vielmehr, wenn die notwendigen Vorbereitungen weiterhin ausbleiben.


