Orkanartige Böen, Stromausfälle und massive wirtschaftliche Schäden: Sturm „Dave“ hat große Teile von Wales schwer getroffen und insbesondere im Westen und Norden für eine angespannte Lage gesorgt. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h erreichte das Tiefdruckgebiet in exponierten Lagen extreme Werte – gemessen unter anderem in Dyffryn Mymbyr.
Die britischen Wetterbehörden, darunter das Met Office, reagierten mit hohen Warnstufen und eindringlichen Appellen an die Bevölkerung. Experten warnen vor erheblichen Gefahren durch herumfliegende Trümmer, umstürzende Bäume und mögliche strukturelle Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Besonders betroffen sind Küstenregionen, die den vollen Kräften des über dem Atlantik entstandenen Sturms ausgesetzt sind.
Die Auswirkungen sind bereits deutlich spürbar: In Süd- und Westwales sind tausende Haushalte ohne Strom. Der nationale Netzbetreiber meldete allein in einzelnen Regionen rund 2.000 betroffene Kunden. Orte wie Glynneath und Abergavenny zählen zu den am stärksten betroffenen Gebieten, in denen Reparaturteams unter schwierigen Bedingungen im Einsatz sind.
Auch der Verkehr ist erheblich beeinträchtigt. Straßenverbindungen sind durch umgestürzte Bäume blockiert, während der Bahnverkehr teilweise eingeschränkt oder eingestellt wurde. Behörden raten dringend davon ab, nicht notwendige Reisen zu unternehmen.
Neben den unmittelbaren Schäden drohen auch wirtschaftliche Folgen – und das zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Das Osterwochenende gilt traditionell als Auftakt der Tourismussaison in Wales. Doch zahlreiche Reisende haben angesichts der Wetterlage ihre Aufenthalte kurzfristig storniert. Betreiber von Campingplätzen und Ferienanlagen berichten von erheblichen Umsatzeinbußen.
Auch die Kreuzfahrtbranche ist betroffen: Schiffe können Häfen wie Holyhead derzeit nicht anlaufen und weichen stattdessen nach Liverpool aus. Branchenkenner sprechen von einem spürbaren wirtschaftlichen Rückschlag für die Region.
Während Einsatzkräfte und Behörden weiterhin versuchen, die Lage unter Kontrolle zu bringen, bleibt die Situation angespannt. Meteorologen schließen weitere Sturmböen und zusätzliche Schäden nicht aus. Für viele Regionen in Wales dürfte die Aufräumarbeit erst in den kommenden Tagen beginnen.


