Leichtes Erdbeben nahe Monschau

Ein leichtes Erdbeben hat am frühen Montagmorgen Teile der deutsch-belgischen Grenzregion erschüttert. Nach Angaben des Fachportals Erdbebennews registrierten Messstationen am 16. März 2026 um 05:29 Uhr ein Beben der Magnitude 3,0. Der Erdbebenherd lag zunächst in etwa zehn Kilometern Tiefe. Die maximale berechnete Intensität lag bei rund 4,1 auf der Intensitätsskala, wodurch das Beben in einem größeren Umkreis spürbar gewesen sein könnte.

Modellrechnungen zufolge könnten bis zu rund 848.000 Menschen die Erschütterungen wahrgenommen haben. Allerdings weisen Experten darauf hin, dass die tatsächliche Wahrnehmung stark von lokalen Faktoren wie Baugrund, Gebäudestruktur und Entfernung zum Epizentrum abhängt.

Epizentrum im Hohen Venn

Das Epizentrum lag im Naturgebiet Hohes Venn auf dem Gebiet der belgischen Stadt Baelen. Besonders deutlich spürbar waren die Erschütterungen in der Umgebung von Monschau, das sich nur wenige Kilometer vom Epizentrum entfernt befindet.

Auch auf deutscher Seite der Grenze berichteten Bewohner von leichten Erschütterungen. Betroffen waren vor allem Teile der Städteregion Aachen sowie angrenzende Gebiete des Kreises Düren. In Belgien reichte das spürbare Gebiet laut ersten Einschätzungen bis nach Eupen, Verviers und Malmedy. Vereinzelt könnten Menschen die Erschütterungen sogar noch im Raum Liège bemerkt haben.

Schäden werden nach derzeitigen Erkenntnissen nicht erwartet. Erdbeben dieser Stärke gelten als moderat und verursachen in der Regel höchstens leicht wahrnehmbare Vibrationen.

Nachprüfung: leicht stärkere Magnitude

Der Royal Observatory of Belgium (ROB) überprüfte die Messdaten später manuell und kam zu einem leicht abweichenden Ergebnis. Demnach erreichte das Beben eine Magnitude von 3,1 und hatte seinen Ursprung in etwa 18 Kilometern Tiefe. Solche Unterschiede sind bei ersten automatischen Auswertungen nicht ungewöhnlich, da die endgültige Magnitude oft erst nach genauer Analyse mehrerer Messstationen festgelegt wird.

Region ist seismisch aktiv

Dass es in der Region überhaupt zu Erdbeben kommt, ist kein Zufall. Die Gegend rund um Aachen und die Nordeifel liegt am Rand der geologisch aktiven Niederrheinische Bucht. Dieses tektonische Becken wird von zahlreichen Bruchzonen durchzogen, die sich zwischen Aachen und Köln erstrecken.

Entlang dieser geologischen Störungen verschieben sich Erdschichten langsam gegeneinander. Diese Bewegungen führen immer wieder zu kleineren Erdbeben. In Richtung Süden laufen die Bruchzonen allmählich in das Mittelgebirge der Eifel aus, wo ebenfalls gelegentlich schwache Erschütterungen auftreten.

Erstes deutlich spürbares Beben seit 2021

Für viele Bewohner der Region war das Ereignis das erste deutlich wahrnehmbare Erdbeben seit mehreren Jahren. Im Januar 2021 hatte eine Serie kleiner Beben zwischen Aachen und Stolberg für Aufmerksamkeit gesorgt. Damals wurden zahlreiche leichte Erschütterungen registriert, von denen einige auch in den Stadtzentren spürbar waren. Die stärksten Beben dieser Serie erreichten eine Magnitude von etwa 2,7. Auch damals kam es zu keinen Schäden.

Historisch stärkstes Beben in Belgien

Die Region weist jedoch auch historisch stärkere Erdbeben auf. Südlich von Verviers liegt in den Ardennen eine weitere geologisch aktive Zone. Dort ereignete sich im Jahr 1692 eines der stärksten bekannten Erdbeben in Belgien. Historische Berichte und wissenschaftliche Rekonstruktionen schätzen die Magnitude dieses Ereignisses auf etwa 5,8 bis 6,2. Das Beben verursachte damals erhebliche Schäden in zahlreichen Städten der Region.

Leichte Erdbeben bleiben möglich

Auch wenn das aktuelle Beben relativ schwach war, zeigt es erneut, dass die Grenzregion zwischen Deutschland und Belgien geologisch aktiv ist. Kleinere Erschütterungen treten hier immer wieder auf – meist ohne größere Folgen. Für die Bevölkerung bedeutet das jedoch auch: Selbst in Regionen ohne große Gebirge oder aktive Vulkane können gelegentlich spürbare Erdbeben auftreten.

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