Washington/Teheran. Die Lage im Persischen Golf spitzt sich weiter zu. Nach Berichten amerikanischer Medien befürchten Geheimdienste der USA, dass der Iran Vorbereitungen getroffen haben könnte, die strategisch wichtige Straße von Hormus zu verminen – eine der wichtigsten Handels- und Öltransportrouten der Welt.
Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf mit Geheimdienstinformationen vertraute Quellen, dass iranische Kräfte möglicherweise bereits damit begonnen haben könnten, Minen in der Meerenge zu platzieren. Auch CBS News meldete Hinweise auf entsprechende Vorbereitungen.
USA melden Zerstörung iranischer Minenboote
Kurz nach Bekanntwerden der Berichte erklärte Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social, die US-Streitkräfte hätten mehrere iranische Minenlegerboote zerstört. Zunächst sprach der US-Präsident von zehn ausgeschalteten Schiffen. Das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando United States Central Command (Centcom) korrigierte diese Zahl später nach oben. Demnach seien insgesamt 16 Boote und Schiffe zerstört worden, die mutmaßlich für das Verlegen von Seeminen vorgesehen waren.
Trump warnte Teheran eindringlich davor, die Straße von Hormus zu blockieren. Sollte der Iran tatsächlich Minen legen und diese nicht umgehend entfernen, würden die militärischen Konsequenzen „ein Ausmaß erreichen, wie es noch nie zuvor zu sehen war“, schrieb der Präsident.
Verwirrung um angebliche Tanker-Eskorte
Parallel zu den militärischen Drohungen sorgten widersprüchliche Aussagen aus Washington für Verwirrung. Zunächst hatte US-Energieminister Chris Wright in einem Beitrag auf X von einer erfolgreichen Eskorte eines Öltankers durch die Meerenge berichtet. Das Weiße Haus dementierte diese Darstellung jedoch wenig später. Sprecherin Karoline Leavitt stellte klar, dass die US-Marine bislang keinen Tanker oder anderes Schiff eskortiert habe.
Geleitschutz für Handelsschiffe bleibe jedoch eine Option. Sollte sich die Sicherheitslage weiter verschärfen, könnten US-Kriegsschiffe künftig Tanker durch die strategisch wichtige Passage begleiten.
Iran weist Vorwürfe zurück
Die iranischen Islamic Revolutionary Guard Corps wiesen die Anschuldigungen entschieden zurück. Laut offiziellen Aussagen habe kein US-Schiff versucht, sich der Meerenge zu nähern. Teheran bestreitet außerdem, Vorbereitungen für eine Verminung der Wasserstraße getroffen zu haben.
Frachtschiff von Projektil getroffen
Zusätzliche Spannung löste ein Zwischenfall in der Region aus. Nach Angaben der britischen maritimen Sicherheitsbehörde United Kingdom Maritime Trade Operations wurde ein Containerschiff in der Nähe der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate von einem unbekannten Projektil getroffen.
Der Vorfall ereignete sich rund 46 Kilometer nordwestlich des Emirats Ras Al Khaimah. Das Schiff fing Feuer, der genaue Schaden ist derzeit noch unklar. Laut Behörden konnten jedoch alle Besatzungsmitglieder in Sicherheit gebracht werden.
Globale Auswirkungen möglich
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten maritimen Engpässen der Welt. Ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels wird über diese Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Indischen Ozean transportiert.
Eine Blockade oder Verminung der Route könnte daher massive Auswirkungen auf den internationalen Energiehandel und die weltweiten Ölpreise haben.


