Kiew attackiert Schiffe der Schwarzmeerflotte

Kiew. Mitten im anhaltenden Krieg zwischen Russia und Ukraine hat Kiew einen neuen militärischen Schlag gegen die russische Marine geführt. In der Nacht zum 2. März griffen ukrainische Drohnen den wichtigen Marinestützpunkt in Novorossiysk am Schwarzen Meer an. Nach Angaben des ukrainischen Militärs wurden dabei mehrere Kriegsschiffe beschädigt, darunter zwei zentrale Fregatten der russischen Schwarzmeerflotte.

Der Angriff richtete sich gegen den Hafen im südrussischen Gebiet Krasnodar Krai, der für Moskau seit geraumer Zeit eine strategisch wichtige Rolle spielt. Nachdem ukrainische Angriffe auf den Flottenstützpunkt in Sevastopol auf der besetzten Krim zunahmen, hatte Russland Teile seiner Marine in den vermeintlich sichereren Hafen von Noworossijsk verlegt.

Fregatten der Schwarzmeerflotte beschädigt

Der ukrainische Generalstab bestätigte mehrere Tage nach dem Angriff, dass die Fregatten Admiral Essen und Admiral Makarov bei dem Drohnenschlag beschädigt wurden. Beide Schiffe gehören zu den wichtigsten Einheiten der russischen Schwarzmeerflotte. Besonders bedeutsam ist die Rolle der „Admiral Essen“, die als Träger von Kalibr cruise missiles gilt. Diese Marschflugkörper werden regelmäßig von Russland eingesetzt, um ukrainische Städte, Energieanlagen und militärische Ziele aus großer Entfernung anzugreifen.

Das genaue Ausmaß der Schäden ist bislang unklar. Ukrainische Militäranalysten prüfen derzeit, ob weitere russische Kriegsschiffe bei der Attacke getroffen wurden.

Weitere Schiffe möglicherweise betroffen

Nach Angaben einer Quelle aus dem ukrainischen Geheimdienst Security Service of Ukraine könnten bei dem Angriff auch mehrere weitere Schiffe beschädigt worden sein. Dazu zählen demnach das Minensuchboot Valentin Pikul sowie die U-Boot-Abwehrschiffe Yeisk und Kasimov. Sollten sich diese Angaben bestätigen, wäre der Angriff einer der schwersten ukrainischen Schläge gegen die russische Marine seit Beginn des Krieges.

Strategisch wichtiger Hafen getroffen

Neben militärischen Anlagen soll auch Infrastruktur in der Hafenregion beschädigt worden sein. In Noworossijsk befindet sich ein bedeutendes Ölexportterminal, das als Endpunkt wichtiger Pipelines des staatlichen Energiekonzerns Transneft dient. Der Hafen ist einer der wichtigsten Umschlagplätze für russische Öl- und Energieexporte am Schwarzen Meer und besitzt daher große wirtschaftliche Bedeutung.

Drohnenabsturz in Sewastopol

Parallel zum Angriff meldeten russische Behörden einen Zwischenfall in Sevastopol. Nach Angaben der von Russland eingesetzten Verwaltung sei dort eine abgefangene ukrainische Drohne in der Nähe eines Wohngebäudes abgestürzt. Der Verwaltungschef Mikhail Razvozhayev erklärte, die Drohne sei mit Sprengstoff und Metallkugeln ausgestattet gewesen. Demnach wurden neun Menschen verletzt, darunter drei Kinder. Die Angaben konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden.

Ukraine kündigt weitere Angriffe an

Der ukrainische Generalstab machte deutlich, dass solche Operationen Teil einer langfristigen Strategie sind. Ziel sei es, die militärische Infrastruktur Russlands systematisch zu schwächen und damit dessen Angriffskrieg zu erschweren. Beobachter gehen davon aus, dass Angriffe auf Marinebasen, Energieanlagen und militärische Logistik in den kommenden Monaten weiter zunehmen könnten.

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