Heftige Regenfälle haben in der kenianischen Hauptstadt Nairobi eine schwere Katastrophe ausgelöst. Überschwemmungen verwandelten Straßen in reißende Flüsse, Häuser wurden überflutet und Fahrzeuge weggespült. Nach offiziellen Angaben sind mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Behörden befürchten jedoch, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte.
Menschen sterben durch Fluten und Stromschläge
Wie die Polizei mitteilte, kamen mehrere Menschen in den Wassermassen ums Leben. Einige Opfer ertranken in den plötzlich anschwellenden Fluten, andere starben durch Stromschläge, nachdem beschädigte Stromleitungen mit Wasser in Kontakt geraten waren. Polizeichef George Seda erklärte, dass weiterhin nach Vermissten gesucht werde. Rettungskräfte gehen davon aus, dass sich noch weitere Opfer unter den Trümmern oder in überschwemmten Bereichen der Stadt befinden könnten.
Rettungseinsätze laufen auf Hochtouren
Hilfskräfte, Feuerwehr und Soldaten sind im Dauereinsatz, um Menschen aus gefährlichen Situationen zu retten. Zahlreiche Bewohner mussten aus überfluteten Häusern evakuiert werden. Andere waren in ihren Autos eingeschlossen oder auf Straßen von den Wassermassen überrascht worden.
Laut Polizei wurden Dutzende Fahrzeuge von den Fluten erfasst und teilweise kilometerweit mitgerissen. Besonders stark betroffen sind dicht besiedelte Stadtteile, in denen das Wasser teilweise meterhoch stand.
Massive Schäden an Infrastruktur
Die Überschwemmungen haben auch große Teile der städtischen Infrastruktur beschädigt. In mehreren Vierteln fiel der Strom aus, nachdem Leitungen beschädigt wurden. Straßen wurden unterspült oder komplett zerstört, zahlreiche Geschäfte und Gebäude standen unter Wasser. Auch der internationale Flughafen der Stadt wurde in Mitleidenschaft gezogen. Am Jomo Kenyatta International Airport mussten zahlreiche Flüge gestrichen oder verschoben werden, da Start- und Landebahnen sowie Zufahrtsstraßen beeinträchtigt waren.
Bewohner kritisieren mangelhafte Vorbereitung
Viele Einwohner machen die Behörden mitverantwortlich für das Ausmaß der Katastrophe. Sie werfen der Stadtverwaltung vor, nicht ausreichend auf die Regenfälle vorbereitet gewesen zu sein. Besonders kritisiert werden verstopfte Abwassersysteme und mangelnde Wartung der Entwässerungskanäle. Nach Ansicht vieler Bewohner hätten funktionierende Drainagesysteme die Überschwemmungen zumindest teilweise verhindern können.
Klimawandel verstärkt Extremwetter
Experten weisen jedoch darauf hin, dass extreme Wetterereignisse in Ostafrika in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben. Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang mit dem globalen Klimawandel, der Wetterextreme wie Starkregen oder Dürren verstärken kann. Der kenianische Wetterdienst warnt bereits vor weiteren intensiven Regenfällen in den kommenden Tagen – nicht nur in Nairobi, sondern auch in anderen Regionen im Süden und Osten des Landes.
Regierung kündigt Soforthilfe an
Kenias Präsident William Ruto bezeichnete die Situation als tragische Katastrophe. Die Regierung werde alles tun, um die betroffenen Menschen zu unterstützen und weitere Opfer zu verhindern. Ruto ordnete an, dass Hilfsgüter aus den nationalen Notfallreserven freigegeben werden. Dazu gehören Lebensmittel, Trinkwasser, medizinische Versorgung sowie Notunterkünfte für die zahlreichen Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten.
Während Rettungskräfte weiter nach Vermissten suchen, bleibt die Lage in der Millionenmetropole angespannt. Mit den angekündigten neuen Regenfällen wächst die Sorge, dass sich die Katastrophe in den kommenden Tagen noch weiter verschärfen könnte.


