Ein massiver Stromausfall hat am Montagabend zentrale Verwaltungs- und Versorgungsstrukturen in der Region Aachen lahmgelegt. Seitdem sind zahlreiche Behörden, kommunale Betriebe und Dienstleister nur eingeschränkt oder gar nicht erreichbar. Termine platzen, Schulen stehen digital still, selbst der öffentliche Nahverkehr ist betroffen.
Rechenzentrum ausgefallen – Verwaltungen offline
Auslöser der Störung war nach Angaben von Aachens Oberbürgermeister Michael Ziemons ein technischer Defekt in einem Rechenzentrum des IT-Dienstleisters Regio IT. Gegen 19.30 Uhr sei dort der Strom ausgefallen. Infolge des Defekts seien auch Hardwarekomponenten beschädigt worden, die in der Nacht ausgetauscht werden mussten.
Die Folgen sind gravierend: Die Stadtverwaltung Aachen ist weder telefonisch noch online erreichbar. Die Internetseite aachen.de, das Serviceportal sowie interne Netzwerke sind komplett offline. Standesamt, Bürgerservice und weitere Einrichtungen mussten Termine absagen. Mitarbeitende haben keinen Zugriff auf interne Software, Schulen keinen Zugang zum Internet.
„Jetzt müssen die Softwaresysteme wieder hochgefahren werden. Das dauert noch“, erklärte Ziemons. Ein Krisenstab sei eingerichtet worden, gemeinsam mit Regio IT werde „mit Hochdruck“ an der Wiederherstellung gearbeitet.
Ganze Region betroffen
Die Auswirkungen reichen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Betroffen sind neben Aachen auch die Städteregion Aachen sowie die Städte Eschweiler und Düren. Auch mehrere Eifelgemeinden melden Einschränkungen.
Die Städteregion teilte über soziale Medien mit, dass die meisten Dienste derzeit nicht verfügbar seien. Einzelne Verwaltungsbereiche seien telefonisch erreichbar, digitale Angebote jedoch weitgehend ausgefallen. Auch andere Kommunen, die IT-Dienstleistungen von Regio IT nutzen, kämpfen mit massiven Störungen.
Nahverkehr und Energieversorger eingeschränkt
Besonders spürbar sind die Folgen im öffentlichen Nahverkehr. Die ASEAG meldete, dass sie telefonisch nicht erreichbar sei. Elektronische Fahrplananzeigen an Haltestellen und in Apps zeigen keine Echtzeitdaten an. Kundencenter und Vorverkaufsstellen können keine Tickets verkaufen. Fahrgäste sollen auf Automaten oder die Apps Mova und Naveo ausweichen. Die Störung werde voraussichtlich den gesamten Tag andauern.
Auch der Netzbetreiber Regionetz und der Energiedienstleister Stawag sind betroffen. Telefonische Kundenkanäle seien „nur schwer bis gar nicht erreichbar“, Kundenzentren bleiben geschlossen.
Notruf funktioniert
Wichtig: Die Notrufnummer 112 ist laut Stadt weiterhin erreichbar. Kritische Infrastrukturen wie Rettungsdienste sind demnach nicht beeinträchtigt.
Digitale Abhängigkeit wird sichtbar
Der Vorfall zeigt, wie abhängig Verwaltungen und kommunale Betriebe von zentralisierten IT-Strukturen sind. Ein technischer Defekt in einem Rechenzentrum reicht aus, um ganze Städte digital handlungsunfähig zu machen. Wie lange die vollständige Wiederherstellung dauert, ist derzeit offen.
Klar ist: Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet der Ausfall erhebliche Einschränkungen – und für die Verantwortlichen eine Bewährungsprobe im Krisenmanagement.


