Geldwäsche: Kryptoplattform E-Note stillgelegt

Detroit. Internationale Ermittler haben der mutmaßlichen Geldwäsche-Plattform „E-Note“ das Handwerk gelegt. Die Kryptowährungsbörse steht im Verdacht, über Jahre hinweg als zentrale Drehscheibe für die Verschleierung illegaler Erlöse gedient zu haben. Im Fokus der Ermittlungen steht ein 39-jähriger russischer Staatsbürger, der als Betreiber der Plattform gilt und Millionenbeträge für Cyberkriminelle verwaltet haben soll.

Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft stammen die über E-Note bewegten Gelder unter anderem aus schweren Cyberstraftaten wie Ransomware-Angriffen. Die Plattform soll bereits seit 2010 existiert haben. Schon damals habe der Betreiber gezielt Hacker und andere Akteure aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität angesprochen und seine Dienste zur Geldwäsche angeboten.

Das Ausmaß der mutmaßlich illegalen Aktivitäten ist erheblich. Ermittlungen des FBI zufolge wurden allein seit 2017 Transaktionen im Umfang von rund 70 Millionen US-Dollar über die Plattform abgewickelt. Die Behörden gehen davon aus, dass ein Großteil dieser Gelder aus kriminellen Quellen stammt und mithilfe der Kryptobörse verschleiert und weitergeleitet wurde.

Dem mutmaßlichen Betreiber drohen nun empfindliche Konsequenzen. In den USA könnte ihm im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren drohen. Die Ermittlungen werden von einer Cyber-Taskforce des FBI koordiniert. Beteiligt sind zudem die Polizei des US-Bundesstaates Michigan sowie internationale Partnerbehörden, darunter das deutsche Bundeskriminalamt und das finnische National Bureau of Investigation. Im Zuge des Zugriffs wurden die Hosting-Server der Plattform sowie zugehörige Internet-Domains beschlagnahmt und vom Netz genommen.

Der Schlag gegen E-Note reiht sich in eine Serie internationaler Maßnahmen gegen illegale Krypto-Dienstleister ein. Erst Anfang Dezember hatten das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gemeinsam mit der Kantonsstaatsanwaltschaft Zürich und Europol die Server-Infrastruktur des Bitcoin-Mixers „cryptomixer.io“ sichergestellt und die Plattform abgeschaltet. Dabei konfiszierten die Ermittler Kryptowährungen im Gegenwert von rund 25 Millionen Euro.

Die jüngsten Erfolge zeigen, dass Strafverfolgungsbehörden weltweit ihren Druck auf die Schattenseiten der Kryptowelt deutlich erhöhen. Plattformen, die gezielt zur Geldwäsche genutzt werden, geraten zunehmend ins Visier – auch über Ländergrenzen hinweg.

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