Stadtwerke Detmold Opfer eines IT-Angriffs

Detmold. Die Stadtwerke Detmold kämpfen seit Montag mit den Folgen eines massiven IT-Angriffs. Sämtliche zentralen Systeme sind ausgefallen, das Unternehmen ist weder telefonisch noch per E-Mail erreichbar. Auf der Webseite erscheint lediglich ein Hinweis auf einen „großflächigen IT-Ausfall“. Details zum Angriff oder seinen Ablauf teilten die Stadtwerke bislang nicht mit.

Trotz des Ausfalls betonen die Verantwortlichen, dass die Versorgung der Bevölkerung weiterhin gesichert ist. Strom, Gas, Fernwärme und Trinkwasser seien nicht beeinträchtigt. Zahlreiche digitale Dienste hingegen funktionieren nicht mehr. Das Online-Portal ist abgeschaltet, Kunden können weder Zählerstände einreichen noch Abschläge ändern. Selbst das Kundenzentrum ist telefonisch nicht erreichbar – eine eigentlich angegebene Hotline führt ins Leere.

Wie der WDR berichtet, ist das Landeskriminalamt eingeschaltet und hat die Ermittlungen aufgenommen. Dabei steht insbesondere die Frage im Raum, ob Kundendaten abgeflossen sind. Eine Antwort darauf gibt es derzeit noch nicht. Die Stadtwerke versorgen über 80.000 Menschen in Detmold und sind der größte Energie- und Wasserversorger im Kreis Lippe.

Cyberangriffe auf Unternehmen und öffentliche Einrichtungen nehmen seit Monaten spürbar zu. Gerade erst hatte das Miniatur-Wunderland in Hamburg bekannt geben müssen, dass Täter Kreditkartendaten über eine Schwachstelle im Online-Shop erbeutet haben. Auch im Fall Detmold gibt es erste Hinweise auf mögliche IT-Sicherheitslücken: Laut einem Bericht der Plattform heise war bis zum Abend des 16. November ein veraltetes System mit PHP-Skripten aus dem Jahr 2013 öffentlich im Netz erreichbar. Ob diese Schwachstelle mit dem Angriff in Verbindung steht, wird nun geprüft.

Bis auf Weiteres müssen Kundinnen und Kunden mit Einschränkungen rechnen. Die Stadtwerke empfehlen, technische Störfälle ausschließlich über die bekannte Störungshotline zu melden – sofern diese wieder erreichbar ist. Eine vollständige Wiederherstellung der Systeme könnte mehrere Tage dauern.

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