Der indonesische Vulkan Gunung Dempo ist überraschend ausgebrochen und hat in der Region für Unruhe gesorgt. In der Nacht zum 7. April schleuderte der 3.173 Meter hohe Stratovulkan eine dichte Aschewolke in die Atmosphäre und verursachte leichten Ascheregen in umliegenden Gebieten.
Nach Angaben der indonesischen Vulkanologiebehörde PVMBG ereignete sich die Eruption um 01:39 Uhr Ortszeit. Die Aschesäule stieg rund 2.500 Meter über den Gipfel auf und erreichte damit eine Höhe von etwa 5,7 Kilometern über dem Meeresspiegel. Vom Wind wurde die Wolke in östliche Richtung getragen. Messgeräte registrierten eine kurze, aber deutliche Aktivität mit einer maximalen seismischen Amplitude von 30 Millimetern und einer Dauer von knapp drei Minuten.
In einem Gebiet wenige Kilometer östlich des Kraters wurde Ascheniederschlag gemeldet. Dennoch blieb das Ausmaß der Eruption begrenzt: Satellitensysteme konnten die Aschewolke nicht eindeutig erfassen, was auf eine vergleichsweise geringe Menge ausgeworfenen Materials hindeutet. Für den internationalen Flugverkehr bestand daher keine unmittelbare Gefahr.
Der Vulkan, der im Süden der Insel Sumatra liegt, zeigt typischerweise sogenannte phreatische Aktivität. Dabei kommt es zu Explosionen, wenn Wasser im Untergrund schlagartig verdampft. Diese Art von Ausbrüchen gilt als schwer vorhersehbar, da sie oft ohne deutliche Vorwarnsignale auftreten. Auch im aktuellen Fall waren die seismischen Hinweise im Vorfeld minimal.
Allerdings registrierten Wissenschaftler seit Anfang April eine leichte Aufwölbung des Vulkangebäudes – ein mögliches Zeichen für steigenden Druck unter der Oberfläche. Ob diese Entwicklung im Zusammenhang mit dem starken Erdbeben in der Molukkensee steht, bleibt unklar. Experten schließen einen Zusammenhang nicht aus, betonen jedoch, dass ein direkter Nachweis bislang fehlt.
Die Behörden halten die Alarmstufe weiterhin auf Level II („Waspada“). Anwohner und Besucher werden dringend aufgefordert, den Gefahrenbereich zu meiden. Rund um den Krater gilt eine Sperrzone von mindestens einem Kilometer, im nördlichen Sektor sogar bis zu zwei Kilometern. Dort besteht die Gefahr durch herabfallendes Material sowie durch giftige Gase.
Insgesamt handelt es sich um eine vergleichsweise kurze und moderate Eruption. Dennoch zeigt der Vorfall erneut, wie schnell sich die Lage an Indonesiens aktiven Vulkanen ändern kann – und wie wichtig eine kontinuierliche Überwachung bleibt.


