Der Ätna auf Sizilien hat am Freitag, 7. August 2026, erneut eindrucksvoll seine Aktivität gezeigt. Aus dem Voragine-Krater stiegen in der Nacht gewaltige Lavafontänen auf, begleitet von einer dichten Aschewolke. Die Eruption führte zu Einschränkungen am Flughafen Catania und sorgte bei zahlreichen Urlaubern für Unsicherheit. Der Ausbruch entwickelte sich aus einer zunächst zunehmenden strombolianischen Aktivität. Nach Angaben des italienischen Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) verstärkte sich die Aktivität am Abend des 6. August deutlich. In der Nacht ging sie schließlich in eine intensive Phase mit Lavafontänen über. Für den Tourismus auf Sizilien ist der Zeitpunkt besonders ungünstig: Die Insel befindet sich mitten in der Hauptreisezeit. Der Flughafen Catania ist für Millionen Reisende ein wichtiges Tor zur Ostküste Siziliens.
Lava schießt in den Nachthimmel
Besonders spektakulär war die Eruption am Voragine-Krater. Die Lavafontänen erreichten beträchtliche Höhen, während gleichzeitig eine vulkanische Aschewolke entstand. Der Vulkan zeigte zunächst eine deutliche Zunahme des vulkanischen Tremors. Dieser wird von Vulkanologen unter anderem genutzt, um Veränderungen im Magmasystem zu überwachen. Die stärkere Aktivität konzentrierte sich dabei unterhalb des Voragine-Kraters. Die intensive Phase der Lavafontänen setzte ungefähr gegen 1 Uhr Ortszeit ein und hielt mehrere Stunden an. Anschließend schwächte sich die Aktivität allmählich ab. Auch am Freitagvormittag wurde jedoch weiterhin starke strombolianische Aktivität beobachtet.
Aschewolke wird zum Problem für den Flugverkehr
Nicht die Lava selbst, sondern vor allem die vulkanische Asche wurde zum Problem für den Luftverkehr. Vulkanasche kann für Flugzeuge gefährlich werden, da sie unter anderem Triebwerke beeinträchtigen und die Sicht sowie die technischen Systeme eines Flugzeugs gefährden kann. Wegen der Aschewolke und der Windverhältnisse wurden deshalb zeitweise Einschränkungen im Flugverkehr angeordnet. Der Flughafen Catania setzte am Freitagmorgen insbesondere die Landungen vorübergehend aus. Startende Maschinen konnten den Flughafen zunächst weiterhin verlassen, sofern sie sich bereits vor Ort befanden. Ankommende Flüge mussten dagegen umgeleitet oder zurückgehalten werden.
Flughafen Catania nimmt Betrieb wieder auf
Die Sperrung dauerte allerdings nicht dauerhaft an. Nachdem sich die Situation in der Atmosphäre verbessert hatte, wurden die betroffenen Lufträume wieder freigegeben. Nach Angaben des Flughafenbetreibers konnten am Freitag wieder sowohl Starts als auch Landungen durchgeführt werden. Die Luftfahrtwarnstufe wurde von Rot auf Orange herabgesetzt. Passagiere wurden dennoch aufgefordert, vor der Fahrt zum Flughafen den Status ihres Fluges direkt bei ihrer jeweiligen Fluggesellschaft zu überprüfen. Denn auch nach einer Aufhebung der Einschränkungen können sich durch vorherige Ausfälle und Umleitungen noch erhebliche Verspätungen ergeben.
Neuer Ausbruchskanal im Valle del Bove
Die jüngste Aktivität beschränkte sich nicht ausschließlich auf den Gipfelbereich. Nach Angaben des INGV wurde im Valle del Bove eine neue eruptive Öffnung festgestellt. Zudem wurden Lavaströme im Valle del Leone beobachtet. Das Valle del Bove ist eine gewaltige, von steilen Hängen umgebene Senke an der Ostflanke des Ätna. In diesem Bereich treten immer wieder Lavaströme aus seitlichen Spalten und Öffnungen des Vulkans auf. Die Beobachtung mehrerer gleichzeitig aktiver Bereiche macht die aktuelle Entwicklung für Vulkanologen besonders interessant. Sie zeigt, dass sich die Aktivität des Ätna innerhalb kurzer Zeit verändern kann.
Ascheregen in mehreren Gemeinden
Die vulkanische Aktivität blieb auch am Boden nicht ohne Folgen. Nach Angaben des INGV wurde Asche unter anderem in den Gemeinden Ragalna und Adrano registriert. Je nach Windrichtung können solche Ascheablagerungen erhebliche Auswirkungen auf den Alltag haben. Straßen und Fahrzeuge können verschmutzt werden, zudem kann feine Vulkanasche Atemwege und technische Einrichtungen belasten. Für den Flugverkehr ist die Ausbreitung der Aschewolke besonders entscheidend. Schon eine relativ begrenzte Aschekonzentration in der falschen Höhe kann dazu führen, dass Flugrouten vorübergehend nicht genutzt werden können.
Ätna gehört zu den aktivsten Vulkanen Europas
Der rund 3.300 Meter hohe Ätna ist der höchste aktive Vulkan Europas und zugleich einer der aktivsten Vulkane weltweit. Seine häufigen Eruptionen reichen von vergleichsweise kleinen strombolianischen Ausbrüchen bis zu spektakulären Lavafontänen und größeren Lavaströmen. Für die Bevölkerung rund um den Vulkan sind solche Ereignisse deshalb nichts völlig Ungewöhnliches. Die wiederkehrenden Ausbrüche gehören zum Naturgeschehen auf Sizilien. Gleichzeitig bedeutet die hohe Aktivität, dass Behörden und Wissenschaftler den Vulkan permanent überwachen müssen. Besonders wichtig sind dabei Messungen von Erdbeben, vulkanischem Tremor, Gasen, Bodenverformungen und thermischer Aktivität.
Flughafen Catania immer wieder von Ätna-Ausbrüchen betroffen
Der Flughafen Catania liegt vergleichsweise nahe am Vulkan und gehört zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten Siziliens. Dadurch treffen Ausbrüche des Ätna den Luftverkehr immer wieder unmittelbar. In den vergangenen Jahren musste der Flughafen mehrfach wegen Vulkanasche Einschränkungen hinnehmen. Bereits kleinere Änderungen der Windrichtung können darüber entscheiden, ob eine Aschewolke den Flughafen erreicht oder sich in eine andere Richtung ausbreitet. Die jüngste Eruption zeigt deshalb erneut das besondere Spannungsfeld zwischen Naturgewalt und Massentourismus auf der Insel.
Keine Hinweise auf eine unmittelbare Gefahr für Urlauber
Trotz der spektakulären Bilder bedeutet eine Lavafontäne am Gipfel des Ätna nicht automatisch eine akute Gefahr für die Bevölkerung oder Touristen in den Städten und Küstenorten. Die aktuelle Aktivität konzentriert sich auf den Vulkanbereich. Die Behörden überwachen die Entwicklung kontinuierlich und passen Sicherheits- und Flugmaßnahmen an die jeweilige Situation an. Für Reisende ist deshalb vor allem der Flugstatus relevant. Wer über Catania an- oder abreisen möchte, sollte kurzfristige Änderungen einkalkulieren und die Informationen der Fluggesellschaft sowie des Flughafens beachten.
Vulkan bleibt aktiv – Lage kann sich kurzfristig ändern
Die jüngste Eruption hat sich zwar nach der intensiven Lavafontänen-Phase abgeschwächt, doch der Ätna ist damit keineswegs zur Ruhe gekommen. Auch am Freitagvormittag wurde weiterhin starke strombolianische Aktivität registriert. Vulkanologen beobachten deshalb genau, ob sich die Aktivität weiter abschwächt, erneut verstärkt oder sich auf andere Krater und Flanken verlagert. Gerade der Ätna ist dafür bekannt, innerhalb kurzer Zeit sein Erscheinungsbild zu verändern. Eine aktuelle Entwarnung beim Flugverkehr bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass weitere Einschränkungen ausgeschlossen sind.
Siziliens Urlaubssaison trifft auf die Naturgewalt des Ätna
Der Ausbruch vom 7. August führt einmal mehr vor Augen, wie eng das Leben auf Sizilien mit dem Vulkan verbunden ist. Für Einheimische gehört der Ätna zum Landschaftsbild und zur Identität der Insel – für Urlauber sind Lavafontänen und glühende Lavaströme zugleich spektakuläres Naturschauspiel und möglicher Störfaktor. Während der Flugverkehr in Catania nach den vorübergehenden Einschränkungen wieder aufgenommen wurde, bleibt der Vulkan unter genauer Beobachtung. Der Ätna hat damit erneut gezeigt, dass Siziliens berühmtester Vulkan auch in der Hauptreisezeit seinen eigenen Rhythmus vorgibt. Für Reisende gilt deshalb weiterhin: Flugstatus prüfen, Meldungen der Behörden beachten und mit kurzfristigen Änderungen rechnen.


