Ein massiver Schneesturm hat die US-Ostküste mit voller Wucht getroffen und die Millionenmetropole New York City praktisch zum Stillstand gebracht. Bürgermeister Zohran Mamdani verhängte einen umfassenden Verkehrsstopp bis Montagmittag. Straßen, Autobahnen und Brücken wurden vollständig gesperrt – für Autos, Lastwagen, Motorroller und E-Bikes. Nur Rettungsdienste und systemrelevante Arbeitskräfte dürfen noch fahren.
Der Nationale Wetterdienst (National Weather Service) warnte vor „extrem gefährlichen“ Bedingungen. Auf dem Höhepunkt des Blizzards könnten stündlich fünf bis acht Zentimeter Schnee fallen, insgesamt werden bis zu 60 Zentimeter Neuschnee erwartet. Hinzu kommen Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern. Blizzard-Bedingungen könnten sich laut Meteorologen innerhalb kürzester Zeit entwickeln.
Millionen Menschen im Gefahrenbereich
Nach Angaben des Wetterdienstes könnten rund 54 Millionen Menschen entlang der dicht besiedelten Ostküste betroffen sein – von der US-Hauptstadt Washington, D.C. bis in den Bundesstaat Maine im äußersten Nordosten. Besonders kritisch ist die Lage entlang der Interstate 95, wo zahlreiche Großstädte liegen, darunter Boston und Philadelphia.
In Küstenregionen zwischen Delaware und Cape Cod drohen zusätzlich Überschwemmungen. Behörden warnen vor Schneeverwehungen, Stromausfällen und massiven Verkehrsbehinderungen.
Stromausfälle und Notstand in New Jersey
Im benachbarten Bundesstaat New Jersey waren zeitweise mindestens 22.895 Haushalte und Unternehmen ohne Strom. Gouverneurin Mikie Sherrill rief den Notstand aus, um Ressourcen schneller mobilisieren zu können.
Auch in Boston bleiben am Montag alle öffentlichen Schulen und städtischen Einrichtungen geschlossen. Bürgermeisterin Michelle Wu forderte die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben und die Straßen für Räumfahrzeuge und Einsatzkräfte freizuhalten.
Dramatische Bilder aus Manhattan
In New York verschlechterte sich die Sicht am Sonntagabend rapide. Vom Stadtteil Brooklyn aus waren die Wolkenkratzer im Finanzviertel zeitweise kaum noch zu erkennen. Schneemassen und Wind peitschten durch die Straßenschluchten Manhattans.
Gouverneurin Kathy Hochul warnte eindringlich: „Das Schlimmste kommt erst noch.“ Die Menschen sollten sich mit Lebensmitteln, Medikamenten und Tierfutter eindecken – und dann zu Hause bleiben.
Erst Ende Januar hatte ein schwerer Wintersturm Teile der USA getroffen und mehr als hundert Todesopfer gefordert. Die Behörden hoffen nun, durch frühzeitige Maßnahmen eine ähnliche Bilanz zu verhindern. Doch der Blizzard hat die Region fest im Griff – und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.


