Das Saarland will den Katastrophenschutz bei großen Wald- und Vegetationsbränden künftig gemeinsam mit seinen Nachbarn stärken. Geplant ist eine grenzüberschreitende Einsatzstruktur mit Partnern aus Lothringen, Luxemburg und Rheinland-Pfalz. Personal, Spezialwissen und Ausrüstung sollen dabei gebündelt und im Ernstfall schneller verfügbar gemacht werden. Der Vorstoß kommt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Belastung der Einsatzkräfte.
Bis Donnerstag wurden im Saarland bereits 185 Wald- und Vegetationsbrände registriert. Bei 14 Einsätzen handelte es sich um größere Schadenslagen. Besonders gefordert waren die Feuerwehren unter anderem in Nonnweiler, Niederbexbach, Freisen und zuletzt in Hirzweiler, wo sich ein Brand auf rund 18 Hektar ausbreitete.
Spezialtechnik gemeinsam nutzen
Nach den Vorstellungen von Innenminister Reinhold Jost soll nicht jedes beteiligte Gebiet sämtliche Spezialressourcen selbst vorhalten müssen. Stattdessen könnten beispielsweise geländegängige Fahrzeuge, Technik für den Wassertransport und weitere Spezialausrüstung gemeinsam organisiert werden. Entscheidend sei, dass benötigte Fähigkeiten im Einsatzfall schnell zur Verfügung stehen.
Entscheidung im Oktober erwartet
Das Vorhaben soll bei den Otzenhausener Gesprächen im Oktober weiter konkretisiert werden. Bei dem trinationalen Arbeitstreffen könnte anschließend eine gemeinsame Absichtserklärung, ein sogenannter Letter of Intent, vereinbart werden. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen den Regionen auf eine verbindlichere Grundlage gestellt werden.
Mehr als zwölf Millionen Euro für den Bevölkerungsschutz
Parallel baut das Saarland auch seine eigenen Kapazitäten aus. Nach Angaben der Landesregierung wurden zusätzliche Investitionen von mehr als zwölf Millionen Euro für Ausstattung und Infrastruktur des Bevölkerungsschutzes auf den Weg gebracht. Ein neues Bevölkerungsschutzgesetz soll zudem den ganzheitlichen Ansatz künftig rechtlich verankern.


