Berlin. Ein aufmerksamer Hinweis aus der Nachbarschaft hat der Berliner Polizei in Spandau einen umfangreichen Schlag gegen den illegalen Drogenanbau ermöglicht. Eine Zeugin hatte beobachtet, wie zwei unbekannte Männer in einem Mehrfamilienhaus Tüten aus einer offensichtlich leerstehenden Wohnung in einen weißen Transporter luden. Da in der Wohnung kein Licht brannte und ihr die Situation verdächtig vorkam, alarmierte sie die Polizei.
Wenig später trafen Einsatzkräfte vor Ort ein. Die beiden Männer versuchten zunächst, sich im Treppenhaus zu verstecken, flüchteten anschließend auf den Dachboden – dort endete jedoch ihr Fluchtversuch. Bereits bei der ersten Überprüfung stießen die Polizisten auf Hinweise auf eine professionelle Cannabisplantage. Mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss wurde das gesamte Ausmaß des illegalen Betriebs sichtbar.
In der Wohnung fanden die Beamten insgesamt 119 Cannabis-Pflanzen sowie zehn Vakuumbeutel mit bereits geernteten Cannabisblüten. Hinzu kam umfangreiche technische Ausrüstung, die auf einen professionell betriebenen Plantagenbetrieb schließen lässt, darunter Beleuchtungs- und Belüftungssysteme. Auch eine mutmaßlich manipulierte Stromversorgung wurde entdeckt. Der Transporter, mit dem die Männer vorgehabt hatten, die Pflanzen abzutransportieren, war bereits vollständig beladen. Zusätzlich stellten die Einsatzkräfte Bargeld und mehrere Mobiltelefone sicher. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und möglichen weiteren Beteiligten dauern an.
Nur kurze Zeit später kam es zu einem weiteren spektakulären Einsatz im Berliner Stadtteil Wedding. Dort wollte ein Bewohner in der Nacht lediglich seine Wohnungstür von einem Schlüsseldienst öffnen lassen. Ein anderer Hausbewohner reagierte jedoch derart aggressiv, dass der Schlüsseldienst die Situation abbrach und flüchtete. Die alarmierte Polizei traf an der betreffenden Wohnungstür auf eine zunehmend bedrohliche Lage.
Als die Beamten klingelten, waren aus der Wohnung plötzlich mehrere laute Knallgeräusche zu hören, die zunächst wie Schüsse klangen. Aus Sicherheitsgründen zogen sich die Einsatzkräfte zurück und riegelten das Mehrfamilienhaus ab. Erst mit Unterstützung von Spezialeinheiten konnte der Mann schließlich in seiner Wohnung widerstandslos festgenommen werden.
Bei der anschließenden Durchsuchung folgte die nächste Überraschung. Auch hier stießen die Ermittler auf eine Cannabisplantage. Rund sechs Kilogramm Cannabis wurden sichergestellt, zudem fanden die Beamten eine Schreckschusswaffe, die vermutlich für die zuvor gehörten Knallgeräusche verantwortlich war. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand.
Die beiden Fälle zeigen, wie aufmerksam Bürgerinnen und Bürger sowie konsequentes Einschreiten der Polizei zur Aufdeckung illegaler Drogenproduktion beitragen können. Die Ermittlungen in beiden Verfahren dauern an.


