Mutmaßlicher Anschlag auf eine Bahnstrecke

Kamen/Dortmund. Ein gefährlicher Zwischenfall auf einer der wichtigsten Bahnverbindungen in Nordrhein-Westfalen sorgt für Ermittlungen des Staatsschutzes: Unbekannte haben in der Nacht zu Samstag offenbar gezielt Hindernisse auf die Gleise gelegt – mit potenziell schwerwiegenden Folgen.

Gegen kurz nach Mitternacht prallte ein Regionalexpress der Linie RE1 auf der Strecke zwischen Kamen und Dortmund in mehrere auf den Schienen platzierte Betonplatten. Der Zug war auf dem Weg von Aachen in Richtung Hamm, als es zwischen Kamen-Methler und dem Kamener Bahnhof zur Kollision kam.

Zusammenstoß trotz Notbremsung

Nach Angaben der Polizei leitete der Zugführer noch eine Notbremsung ein, konnte den Zusammenstoß jedoch aufgrund des langen Bremswegs nicht mehr verhindern. Neben den Betonplatten soll auch eine Metallstange auf den Gleisen gelegen haben. Die Hindernisse wurden offenbar gezielt aus einem nahegelegenen Kabelschacht entfernt und auf der Strecke platziert – ein Vorgehen, das die Ermittler als möglichen Sabotageakt einstufen.

Verletzt wurde niemand

Im Zug befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls 309 Fahrgäste. Sie mussten mehrere Stunden in dem liegengebliebenen Zug ausharren, bevor sie schließlich evakuiert und mit einem Ersatzzug weitertransportiert wurden. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand – ein Umstand, den Einsatzkräfte als großes Glück bewerten.

Die Bahnstrecke blieb infolge des Vorfalls für rund viereinhalb Stunden vollständig gesperrt. Erst gegen fünf Uhr morgens konnte der Verkehr zwischen Dortmund-Kurl und Kamen schrittweise wieder aufgenommen werden. Der Vorfall führte zu erheblichen Störungen im regionalen Bahnverkehr.

Zeugen gesucht

Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf den Bereich nahe einer Unterführung an den Straßen Königsstraße und Roggenkamp. Die Polizei bittet dringend um Hinweise aus der Bevölkerung: Wer in der Nacht verdächtige Personen oder ungewöhnliche Aktivitäten entlang der Strecke beobachtet hat, soll sich melden.

Angesichts der gezielten Platzierung der Hindernisse und der möglichen Gefährdung von Menschenleben hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Die Behörden prüfen, ob es sich um einen politisch motivierten Anschlag oder eine andere Form vorsätzlicher Sabotage handelt.

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