Die Stadt München reagiert mit drastischen Maßnahmen auf die anhaltende Trockenheit und den sprunghaft gestiegenen Wasserverbrauch. Seit Dienstag gilt ein umfassendes Wasserentnahmeverbot, das zahlreiche private Nutzungen von Trinkwasser einschränkt. Wer sich nicht an die neuen Vorgaben hält, muss mit empfindlichen Strafen rechnen – Bußgelder von bis zu 50.000 Euro sind möglich. Auslöser für die Verschärfung ist der außergewöhnlich hohe Wasserbedarf der vergangenen Wochen. Während die Münchner Wasserversorgung üblicherweise rund 300 Millionen Liter Trinkwasser pro Tag bereitstellt, lag der Verbrauch zuletzt bei mehr als 360 Millionen Litern täglich.
Autowäsche und Poolbefüllung ab sofort verboten
Besonders betroffen sind private Haushalte. Das Waschen von Autos außerhalb professioneller Waschanlagen ist ebenso untersagt wie das Befüllen privater Pools und Schwimmbecken. Auch das Bewässern von Rasenflächen mit Trinkwasser ist komplett verboten. Darüber hinaus dürfen Privatpersonen keine Terrassen, Hofeinfahrten, Dächer oder Fassaden mehr abspritzen. Ebenso untersagt ist das Befüllen von Springbrunnen, Wasserspielanlagen und sogar Regentonnen mit Trinkwasser.
Gartenbewässerung nur noch eingeschränkt möglich
Für Haus- und Kleingärten gelten künftig strenge Zeitfenster. Zwischen 9 und 19 Uhr darf nicht mehr bewässert werden. Eine Ausnahme besteht lediglich für wassersparende Tröpfchenbewässerungssysteme. Noch strenger fallen die Regeln für Rasenflächen und sonstige Grünanlagen aus: Hier gilt unabhängig von der Tageszeit ein vollständiges Bewässerungsverbot. Von den Maßnahmen ausgenommen bleiben landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Flächen, Friedhöfe sowie Sportanlagen.
Wasserentnahme aus Isar und Seen untersagt
Nicht nur Leitungswasser steht unter besonderem Schutz. Die Stadt verbietet auch die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Seen und Gräben innerhalb des Stadtgebiets für die betroffenen Nutzungszwecke. Erlaubt bleibt lediglich das Schöpfen kleiner Mengen mit Handgefäßen, die Versorgung von Nutztieren sowie die Nutzung für landwirtschaftliche Zwecke.
Stadt sieht Versorgungslage zunehmend unter Druck
Die Münchner Stadtverwaltung begründet den Schritt mit einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühjahr. Die verfügbaren Wasserressourcen seien erheblich belastet, weshalb freiwillige Sparappelle nicht mehr ausgereicht hätten. Nach Angaben der Stadt blieb der Wasserverbrauch selbst während früherer Hitzeperioden und nach zwischenzeitlichen Regenfällen auf hohem Niveau. Als zusätzliche Sparmaßnahme werden nun auch mehrere besonders wasserintensive Brunnen abgeschaltet.
Könnte München nur der Anfang sein?
Das Münchner Wasserverbot fügt sich in eine bundesweite Diskussion über den Umgang mit knapper werdenden Wasserressourcen ein. Kommunale Versorger und Branchenverbände fordern bereits strengere Regeln für private Wasserentnahmen und eine Priorisierung der öffentlichen Trinkwasserversorgung. Die Entwicklung zeigt, dass Wasserknappheit längst nicht mehr nur südliche Urlaubsregionen betrifft. Mit zunehmenden Hitzeperioden und längeren Trockenphasen könnten ähnliche Maßnahmen künftig auch in weiteren deutschen Städten notwendig werden.


