Möglicher Schneesturm droht in Deutschland

Der Winter zeigt sich derzeit von seiner gefährlichsten Seite. Eis, Schnee und Sturm legen seit Tagen weite Teile Europas lahm – und besonders Deutschland steht vor einer Zuspitzung der Wetterlage. Meteorologen warnen eindringlich vor einer außergewöhnlichen Extremphase mit erheblicher Gefahr für Leib und Leben. Die klare Empfehlung der Experten: Wenn möglich, zu Hause bleiben.

Bereits am Mittwoch sorgten Schneefälle in Kombination mit Dauerfrost für spiegelglatte Straßen und erste Verkehrsbehinderungen. Doch nach Einschätzung der Wetterdienste ist das lediglich der Auftakt. Am Donnerstag zieht ein massives Unwetter über Deutschland hinweg: Ein sogenannter Schnee-Orkan soll vor allem den Norden und Osten des Landes treffen.

Meteorologe Dr. Karsten Brandt spricht von einer „Extremlage“. In Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Ostdeutschland werde es am Freitag zu anhaltendem Schneefall kommen. Innerhalb von nur sechs Stunden könnten fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee fallen, lokal sogar bis zu 15 Zentimeter. Hinzu kommt gefährlicher Eisregen, der zusammen mit starkem Wind zu massiver Glätte und Schneeverwehungen führt. „Die Lage ist hochgefährlich“, warnt Brandt. Auf den Straßen bestehe am Donnerstag und Freitag akute Lebensgefahr.

Auch andere Wetterexperten schlagen Alarm. Dominik Jung rechnet mit erheblichen Einschränkungen im Straßen- und Bahnverkehr. Besonders tückisch sei die Kombination aus Eisregen, gefrierender Nässe und starken Windböen. Während im Norden und Osten Schneeverwehungen drohen, werden im Westen orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde erwartet.

Die Auswirkungen sind bereits spürbar. In Hamburg reagierten die Behörden mit einer Ausnahmegenehmigung: Das dort geltende Streusalz-Verbot wurde bis zum 21. Januar aufgehoben. Bürgerinnen und Bürger dürfen ausnahmsweise klassisches Tausalz einsetzen, um vereiste Gehwege und gefährliche Stellen zu sichern.

Am Wochenende verschärft sich die Kälte weiter. In Berlin werden Temperaturen bis minus 13 Grad erwartet, in Hamburg bis zu minus 8 Grad. Erst nach dem Wochenende deutet sich vorsichtig eine Wetterumstellung an. Mit einströmender Warmluft könnte sich die Lage erstmals im neuen Jahr etwas entspannen – bis dahin bleibt die Situation jedoch angespannt.

Behörden und Experten appellieren eindringlich an die Bevölkerung, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden, Vorsicht walten zu lassen und Warnungen ernst zu nehmen. Der Winter fordert derzeit seinen Tribut – und ist noch längst nicht vorbei.

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