Hunderttausende in Portugal ohne Strom

Das schwere Sturmtief „Kristin“ hat in Portugal massive Schäden an der Strominfrastruktur hinterlassen und weite Teile des Landes zeitweise lahmgelegt. Besonders betroffen ist die zentrale Landesregion, wo der Wintersturm laut Netzbetreibern die schwersten Verwüstungen seit Jahren angerichtet hat. Am frühen Morgen des 28. Januar erreichte die Krise ihren Höhepunkt: Rund eine Million Haushalte und Betriebe waren zeitweise ohne elektrische Versorgung.

Nach Angaben des portugiesischen Übertragungsnetzbetreibers REN wurden durch den Sturm mehr als 60 Hochspannungsmasten umgerissen. Insgesamt fielen 774 Kilometer Hochspannungsleitungen aus. Auch die Regionen rund um Lissabon und Setúbal blieben nicht verschont: Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, Dächer wurden beschädigt, und zahlreiche Gebäude erlitten Sturmschäden.

Die Reparaturarbeiten gestalten sich äußerst schwierig. Starke Winde, Regen und instabile Wetterlagen behinderten den Einsatz der Techniker erheblich. Dennoch gelang es den Betriebsteams von E-REDES, die Störungen in Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetzen schrittweise zu beheben. Die Lage bleibt jedoch angespannt.

Am Donnerstag waren weiterhin etwa 450.000 Kunden ohne Strom. Davon entfielen rund 300.000 auf den Bezirk Leiria, während weitere 150.000 Haushalte im übrigen portugiesischen Festland betroffen waren. Besonders hohe Ausfallzahlen wurden auch aus Santarém, Coimbra und Castelo Branco gemeldet.

Gerade im Raum Leiria ist die Situation besonders komplex. Der Einsturz von Hochspannungsmasten und Leitungen macht die Reparaturen zeitaufwendig und verzögert auch die Wiederherstellung der Mittel- und Niederspannungsnetze. Hinzu kommt, dass das Wetter weiterhin unbeständig ist und es in anderen Landesteilen immer wieder zu neuen Ausfällen kommt.

Um die Stromversorgung so schnell wie möglich zu stabilisieren, hat E-REDES zusätzliche Ressourcen mobilisiert. Rund 1.200 Mitarbeiter sind derzeit landesweit im Einsatz, unterstützt durch Personal und Spezialausrüstung aus weniger betroffenen Regionen. Die Netzbetreiber arbeiten nach eigenen Angaben „mit höchster Priorität“, um die Versorgung sicher und dauerhaft wiederherzustellen.

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