Heftiges Erdbeben in Afghanistan

Ein erneutes Erdbeben erschüttert Afghanistan und fordert Todesopfer: Im Norden des Landes kamen nach Behördenangaben mindestens zwölf Menschen ums Leben, weitere wurden verletzt. Das Beben war auch in der Hauptstadt Kabul deutlich zu spüren und löste in mehreren Regionen Besorgnis aus.

Nach Daten des GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung erreichte das Erdbeben am Freitagabend eine Stärke von 5,8. Das Epizentrum lag im Nordosten, in der Provinz Badachschan, genauer im Bezirk Yamgan. Auffällig war die vergleichsweise große Tiefe von rund 190 Kilometern, wodurch das Beben über weite Entfernungen hinweg wahrnehmbar war.

Die Auswirkungen vor Ort sind erheblich: Mindestens fünf Häuser wurden vollständig zerstört, mehr als 30 weitere beschädigt. Viele Familien stehen vor den Trümmern ihrer Existenz, während Rettungskräfte versuchen, sich einen Überblick über das tatsächliche Ausmaß der Schäden zu verschaffen. Die abgelegene Lage der betroffenen Region erschwert die Hilfsmaßnahmen zusätzlich.

Dass selbst in Kabul Erschütterungen gemeldet wurden, zeigt die Reichweite des Bebens. Auch in anderen Provinzen berichteten Bewohner von deutlich spürbaren Vibrationen. Die Angst vor Nachbeben ist groß.

Die Region gehört zu den weltweit seismisch aktivsten Zonen. Hier treffen die Arabische, die Indische und die Eurasische Erdplatte aufeinander – ein geologischer Brennpunkt, der immer wieder schwere Erdstöße verursacht. Erst im vergangenen Jahr hatte ein verheerendes Beben mit mehr als 2.000 Todesopfern das Land erschüttert und die ohnehin fragile Infrastruktur massiv belastet.

Das aktuelle Unglück reiht sich damit in eine Serie von Naturkatastrophen ein, die Afghanistan regelmäßig treffen – mit oft dramatischen Folgen für die Bevölkerung. Während die Rettungsarbeiten anlaufen, wächst die Sorge, dass die Opferzahlen weiter steigen könnten.

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