Mit einer koordinierten Razzia ist den Behörden in Niedersachsen ein weiterer Schlag gegen organisierte Schwarzarbeit gelungen. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück durchsuchten rund 80 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehrere Wohnungen und Firmenstandorte in den Landkreisen Emsland, Rotenburg (Wümme) und Cloppenburg.
Im Zentrum der Ermittlungen steht eine bulgarische Firma, die im Verdacht steht, seit Sommer 2023 ein illegales Beschäftigungssystem aufgebaut zu haben. Demnach sollen georgische Staatsbürger unter dem Deckmantel eines sogenannten Werkvertrags in der Geflügelbranche eingesetzt worden sein – ohne gültige Arbeitserlaubnis für Deutschland.
Illegale Beschäftigung in der Geflügelwirtschaft
Bei den Durchsuchungen stießen die Ermittler auf insgesamt 33 georgische Staatsbürger, die mutmaßlich unerlaubt beschäftigt wurden. 24 von ihnen wurden in Sammelunterkünften angetroffen, während neun weitere direkt bei Arbeiten auf einem Bauernhof – konkret beim Einfangen von Hähnchen – kontrolliert wurden.
Nach bisherigen Erkenntnissen verfügten alle Betroffenen nicht über die erforderlichen Aufenthaltstitel oder Arbeitsgenehmigungen. Durch die illegale Erwerbstätigkeit haben sie zudem ihr ursprünglich zulässiges Aufenthaltsrecht verwirkt.
Strafverfahren und Ausreiseanordnungen
Gegen sämtliche 33 Personen wurden Strafverfahren wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts eingeleitet. Die zuständigen Ausländerbehörden haben bereits reagiert: Die Betroffenen müssen Deutschland innerhalb einer festgelegten Frist verlassen.
Doch der Fall reicht offenbar deutlich weiter. Bereits in den Monaten zuvor hatten Ermittler rund 40 weitere georgische Staatsbürger identifiziert, die ebenfalls ohne Arbeitserlaubnis für dieselbe Firma tätig gewesen sein sollen. Damit wächst der Verdacht, dass es sich um ein systematisch organisiertes Netzwerk illegaler Beschäftigung handelt.
Ermittlungen dauern an
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Osnabrück führt die Ermittlungen weiterhin mit Hochdruck fort. Im Fokus steht insbesondere die Rolle der verantwortlichen Hintermänner sowie die Frage, in welchem Umfang Sozialabgaben und Steuern hinterzogen wurden.
Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Schattenseiten der Werkvertragsmodelle in der Agrar- und Fleischindustrie. Behörden sehen darin ein wiederkehrendes Muster, bei dem ausländische Arbeitskräfte gezielt in rechtliche Grauzonen gedrängt werden.


