Ukrainische Drohnen treffen Raffinerie in Moskau

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine erreicht erneut die russische Hauptstadt. Bei einem groß angelegten ukrainischen Drohnenangriff ist eine Ölraffinerie in Moskau in Brand geraten. Nach russischen Behördenangaben wurde die Anlage von mehreren Drohnen getroffen. Der Angriff führte zu erheblichen Einschränkungen im Luftverkehr: Alle vier internationalen Flughäfen der Millionenmetropole mussten ihren Betrieb vorübergehend einstellen, zahlreiche Flüge wurden gestrichen oder verspäteten sich.

Es ist bereits der zweite Angriff auf dieselbe Raffinerie innerhalb weniger Tage und unterstreicht die zunehmende Reichweite ukrainischer Angriffe auf strategisch wichtige Ziele tief im russischen Hinterland.

Russland meldet massive Drohnenabwehr

Das russische Verteidigungsministerium spricht von einem der umfangreichsten Drohnenangriffe seit Beginn des Krieges. Nach offiziellen Angaben seien landesweit insgesamt 555 ukrainische Drohnen abgefangen oder zerstört worden. Allein im Anflug auf Moskau sollen fast 200 Drohnen von der Luftabwehr abgeschossen worden sein. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Zahlen derzeit nicht. Dennoch zeigen sie, dass die Ukraine ihre Langstreckenangriffe deutlich intensiviert und zunehmend kritische Infrastruktur in Russland ins Visier nimmt.

Selenskyj bezeichnet Angriff als Vergeltung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff auf die Raffinerie und bezeichnete ihn als gezielte Reaktion auf die fortgesetzten russischen Angriffe gegen ukrainische Städte. Über den Kurznachrichtendienst Telegram erklärte er, die Attacke sei Teil der ukrainischen Strategie sogenannter „Langstrecken-Sanktionen“. Ziel sei es, militärisch und wirtschaftlich bedeutsame Einrichtungen Russlands zu treffen und damit den Druck auf Moskau zu erhöhen. Die Ukraine verfolgt seit Monaten die Strategie, russische Ölraffinerien, Treibstofflager und andere Energieanlagen anzugreifen, da diese als wichtige Bestandteile der militärischen Versorgung gelten.

Russland setzt Raketenangriffe auf Kiew fort

Zeitgleich setzte Russland seine Luftangriffe auf die Ukraine fort. In der Nacht wurde die Hauptstadt Kiew erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Mehrere Explosionen waren im Stadtzentrum zu hören, während Luftalarm ausgelöst wurde und die Behörden die Bevölkerung aufforderten, Schutzräume aufzusuchen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe flogen mindestens zwei Raketen auf die Drei-Millionen-Stadt zu. Eine weitere Rakete war demnach auf das zentralukrainische Gebiet Poltawa gerichtet. Über größere Schäden oder Verletzte in Kiew lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor.

Tote bei Angriff auf Sumy

Auch andere Regionen der Ukraine blieben nicht verschont. In der nordostukrainischen Stadt Sumy kam nach Angaben der örtlichen Behörden bei einem russischen Drohnenangriff mindestens ein Mensch ums Leben. Die Angriffe verdeutlichen, dass Russland seine Luftoffensive gegen ukrainische Städte weiterhin mit hoher Intensität fortsetzt.

Selenskyj wirbt in Brüssel um weitere Unterstützung

Während die Kämpfe andauern, setzt Präsident Selenskyj seine diplomatischen Bemühungen in Europa fort. In Brüssel nimmt er am EU-Gipfel sowie an der Sitzung der sogenannten Ukraine Defense Contact Group teil, in der die militärische Unterstützung westlicher Partner koordiniert wird. Zusätzlichen Rückenwind erhielt die Ukraine durch eine Einladung von NATO-Generalsekretär Mark Rutte zum kommenden NATO-Gipfel Anfang Juli in Ankara. Dort dürfte neben weiterer Militärhilfe auch die langfristige Sicherheitsstrategie für die Ukraine im Mittelpunkt der Beratungen stehen.

Krieg erreicht neue Eskalationsstufe

Die jüngsten gegenseitigen Angriffe zeigen, dass sich der Krieg zunehmend auf strategische Infrastruktur beider Staaten ausweitet. Während Russland seine Raketenangriffe auf ukrainische Städte fortsetzt, gelingt es der Ukraine immer häufiger, empfindliche Ziele tief im russischen Staatsgebiet zu treffen. Damit wächst die Gefahr einer weiteren Eskalation des Konflikts – sowohl militärisch als auch wirtschaftlich.

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