Ein schwerer Waldbrand hält die griechische Urlaubsinsel Kreta in Atem. An der Südküste der Insel mussten die Behörden den beliebten Ferienort Agia Galini räumen. Nach Angaben des griechischen Zivilschutzes sind rund 6.000 Urlauber von der Evakuierung betroffen. Die Menschen wurden vorsorglich in die weiter südöstlich gelegene Ortschaft Tymbaki gebracht, nachdem sich die Flammen immer weiter auf die Küstenregion zubewegten.
Starke Winde machen Löscharbeiten nahezu unmöglich
Das Feuer war im bergigen Hinterland nahe der Ortschaft Nea Krya Vrysi ausgebrochen und entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem großflächigen Waldbrand. Besonders problematisch sind die heftigen Meltemi-Winde, die die Flammen immer wieder neu anfachen und für eine rasante Ausbreitung sorgen. Die Wetterbedingungen erschweren den Einsatz der Feuerwehr erheblich. Löschflugzeuge und Hubschrauber mussten ihre Einsätze zeitweise einstellen, weil die starken Windböen ein sicheres Fliegen unmöglich machten. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich deshalb vor allem darauf, Menschen in Sicherheit zu bringen und eine weitere Ausbreitung auf bewohnte Gebiete zu verhindern.
Feuerfront zieht sich über viele Kilometer
Nach ersten Berichten erstreckt sich die Feuerfront inzwischen über eine Länge von rund 15 Kilometern. Satellitenaufnahmen zeigen eine gewaltige Rauchentwicklung, deren Ausmaß selbst aus dem All deutlich erkennbar ist. Das Feuer frisst sich durch ausgetrocknete Vegetation und wird durch die anhaltende Trockenheit zusätzlich begünstigt. Die Lage bleibt dynamisch, da sich die Windrichtung jederzeit ändern kann. Dadurch besteht die Gefahr, dass weitere Ortschaften oder touristische Einrichtungen in den Gefahrenbereich geraten.
Tragischer Einsatz: Zwei Feuerwehrleute kommen ums Leben
Der Waldbrand forderte bereits Todesopfer. Zwei Feuerwehrleute verloren während der Löscharbeiten ihr Leben. Nach Angaben der Behörden hatten sie im dichten Rauch die Orientierung verloren und wurden schließlich von den Flammen eingeschlossen. Der Vorfall unterstreicht die enorme Gefahr, der sich die Einsatzkräfte bei der Bekämpfung der Brände aussetzen.
Griechenland warnt vor weiterer Eskalation
Das griechische Ministerium für Bürgerschutz hat für große Teile des Landes die zweithöchste Waldbrand-Warnstufe ausgerufen. Neben Kreta gelten auch zahlreiche weitere Regionen als hochgefährdet. Die Kombination aus extremer Trockenheit, hohen Temperaturen und kräftigen Nordwinden schafft ideale Bedingungen für neue Brände und erschwert gleichzeitig deren Bekämpfung. Behörden appellieren an Einwohner und Urlauber, den Anweisungen der Rettungskräfte unbedingt Folge zu leisten und gefährdete Gebiete umgehend zu verlassen. Experten schließen nicht aus, dass sich die Lage in den kommenden Tagen weiter verschärfen könnte.


