Die anhaltende Hitzewelle in Frankreich hat erstmals zu einem größeren Ausfall der Stromversorgung geführt. In der westfranzösischen Bretagne waren am Mittwoch noch rund 68.000 Haushalte ohne Strom. Auslöser der Störung war ein überhitzter Transformator nahe der Stadt Quimper im Département Finistère.
Die Behörden machen die außergewöhnlich hohen Temperaturen für den Zwischenfall verantwortlich. Der Vorfall zeigt, wie stark die aktuelle Hitzewelle nicht nur Menschen, sondern auch die technische Infrastruktur belastet.
Mehr als 100.000 Haushalte zunächst betroffen
Der Stromausfall ereignete sich am Dienstagabend in der Gemeinde Ergué-Gabéric. Unmittelbar nach der Störung waren nach Angaben der zuständigen Stellen rund 106.000 Haushalte von der Versorgung abgeschnitten. Die Netzbetreiber RTE und Enedis leiteten umgehend Maßnahmen zur Behebung der Störung ein. Techniker arbeiteten bereits in der Nacht daran, die betroffenen Netzbereiche schrittweise wieder ans Stromnetz anzuschließen. Bis Mittwochmorgen konnte die Zahl der betroffenen Haushalte deutlich reduziert werden. Dennoch waren weiterhin zehntausende Kunden ohne Elektrizität.
Notstromversorgung für besonders gefährdete Einrichtungen
Besondere Aufmerksamkeit gilt Einrichtungen, die auf eine kontinuierliche Stromversorgung angewiesen sind. Pflegeheime und andere sensible Einrichtungen werden nach Angaben der Betreiber vorübergehend mit Notstromaggregaten versorgt. Die vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung wird voraussichtlich erst im Laufe des Mittwochabends erwartet. Bis dahin laufen die Reparatur- und Umschaltarbeiten auf Hochtouren.
Rekordhitze sorgt für außergewöhnliche Belastungen
Der Vorfall fällt in eine Phase extremer Wetterbedingungen. Frankreich erlebte am Dienstag mit einer landesweiten Durchschnittstemperatur von 29,8 Grad Celsius den heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Besonders betroffen ist das Département Finistère in der Bretagne. Die Region gehört zu den 58 Départements, für die die französischen Behörden die höchste Hitzewarnstufe Rot ausgerufen haben.
Warnsignal für die Infrastruktur
Der Stromausfall verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Energieversorger während immer häufiger auftretender Extremwetterlagen stehen. Hohe Temperaturen können technische Anlagen erheblich belasten und das Risiko von Ausfällen erhöhen. Während die Netzbetreiber an einer schnellen Wiederherstellung der Versorgung arbeiten, wirft der Vorfall erneut Fragen zur Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastruktur während langanhaltender Hitzeperioden auf


