Nach den schweren Unwettern mit hunderten Einsätzen in Hannover und den massiven Hagelschäden im Landkreis Stade richtet sich der Blick bereits auf die nächste Wetterfront. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt erneut vor kräftigen Gewittern, Starkregen und Sturmböen in Teilen Niedersachsens. Besonders betroffen sein könnten erneut Regionen im Osten und Süden des Bundeslandes. Erst wenige Stunden zuvor hatten heftige Regenfälle und Gewitter in Hannover für eine der größten wetterbedingten Einsatzlagen der vergangenen Jahre gesorgt. Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet und hunderte Einsatzkräfte waren bis tief in die Nacht im Dauereinsatz.
Starkregen mit Unwetterpotenzial erwartet
Nach aktuellen Prognosen müssen sich die Menschen erneut auf lokale Unwetter einstellen. Der DWD erwartet innerhalb kurzer Zeit Niederschlagsmengen von 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter. Lokal begrenzt könnten sogar mehr als 30 Liter Regen innerhalb kurzer Zeit fallen und erneut zu Überschwemmungen führen. Besonders gefährlich sind dabei örtlich eng begrenzte Gewitterzellen, die innerhalb weniger Minuten Straßen, Unterführungen und Keller überfluten können.
Sturmböen und Hagel möglich
Neben Starkregen rechnen Meteorologen mit stürmischen Böen zwischen 65 und 80 Stundenkilometern. Auch Hagelschauer können erneut auftreten und Schäden an Fahrzeugen, Dächern und landwirtschaftlichen Flächen verursachen. Die genaue Zugbahn der Gewitter bleibt allerdings schwer vorherzusagen.
Die Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem viele Regionen die Folgen der vergangenen Unwetter noch nicht vollständig beseitigt haben. In Hannover wurden innerhalb weniger Stunden hunderte Feuerwehreinsätze registriert. Teilweise fielen innerhalb von nur 30 Minuten bis zu 67 Liter Regen pro Quadratmeter – Werte, die selbst erfahrene Meteorologen als außergewöhnlich einstufen. Auch im Landkreis Stade richteten Hagel und Starkregen erhebliche Schäden an. Straßen wurden unpassierbar, Keller liefen voll und Einsatzkräfte arbeiteten die Nacht hindurch an der Beseitigung der Schäden.
Behörden rufen zur Vorsicht auf
Der Deutsche Wetterdienst empfiehlt, aktuelle Wetterwarnungen aufmerksam zu verfolgen und Fahrzeuge möglichst geschützt abzustellen. Während Gewittern sollten Parks, Wälder und offene Flächen gemieden werden. Besonders gefährlich sind Blitzeinschläge sowie umstürzende Bäume und herabfallende Äste. Auch Autofahrer sollten sich auf plötzlich auftretenden Starkregen und Aquaplaning einstellen. Nicht notwendige Fahrten sollten bei schweren Gewittern möglichst verschoben werden.
Wetterberuhigung bleibt vorerst aus
Nach Einschätzung der Meteorologen wird Niedersachsen auch in den kommenden Tagen nicht vollständig zur Ruhe kommen. Die Kombination aus sommerlicher Wärme und feuchter Luft schafft weiterhin ideale Bedingungen für die Bildung neuer Gewitterzellen. Temperaturen von bis zu 32 Grad könnten die Unwetterentwicklung zusätzlich begünstigen.
Damit bleibt die Lage angespannt – und die Einsatzkräfte müssen sich möglicherweise bereits auf die nächste Unwetternacht vorbereiten.


