Berlin. Deutschlands Staatsfinanzen bleiben tief in den roten Zahlen: Das gesamtstaatliche Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung belief sich 2025 auf 119,1 Milliarden Euro. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) mitteilte, lag das Minus damit um 3,9 Milliarden Euro höher als im Vorjahr. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt ergibt sich erneut eine Defizitquote von 2,7 Prozent – exakt auf dem Niveau von 2024. Eine frühere Schätzung war noch von 2,4 Prozent ausgegangen.
Den Löwenanteil des Fehlbetrags trägt der Bund. Mit 79,6 Milliarden Euro entfielen rund zwei Drittel des gesamten Defizits auf die Bundesebene – ein Anstieg um 18,6 Milliarden Euro binnen Jahresfrist. Auch die Kommunen rutschten tiefer ins Minus: Ihr Defizit wuchs von 21,0 auf 28,1 Milliarden Euro. Die Länder hingegen konnten ihre Haushaltslücke deutlich reduzieren und mehr als halbieren – von 21,6 auf 9,8 Milliarden Euro. Die Sozialversicherung verzeichnete ein Defizit von 1,7 Milliarden Euro, nach 11,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit schlossen – wie bereits 2024 – alle vier staatlichen Teilsektoren mit einem negativen Saldo ab.
Grundlage der Berechnungen ist das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010), das für die Haushaltsüberwachung in der Europäischen Union im Rahmen der Maastricht-Kriterien maßgeblich ist. Die Daten unterscheiden sich von der rein finanzstatistischen Betrachtung des öffentlichen Gesamthaushalts.
Zwar legten die Staatseinnahmen 2025 kräftig um 5,7 Prozent auf 2.140,2 Milliarden Euro zu. Treiber waren vor allem höhere Sozialbeiträge (+8,9 Prozent) sowie ein Anstieg der Steuereinnahmen um 3,5 Prozent auf 1.031,5 Milliarden Euro. Doch die Ausgaben wuchsen nahezu im gleichen Tempo – um 5,6 Prozent auf 2.259,3 Milliarden Euro – und übertrafen damit weiterhin die Einnahmen deutlich.
Besonders stark stiegen die Zinsausgaben: Sie lagen 8,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch die Sozialleistungen belasteten den Haushalt spürbar. Monetäre Leistungen wie Renten, Pensionen, Pflege- und Arbeitslosengeld erhöhten sich um 5,6 Prozent. Die sozialen Sachleistungen – etwa für Krankenhausbehandlungen, Medikamente und Pflege – kletterten sogar um 7,3 Prozent. Deutlich ausgeweitet wurden zudem die Bruttoinvestitionen (+10,3 Prozent), unter anderem für Infrastruktur, Klimaneutralität und höhere Verteidigungsausgaben.
Unterm Strich zeigt sich: Trotz steigender Einnahmen gelingt es dem Staat bislang nicht, die Ausgabenentwicklung einzudämmen. Die Defizitquote bleibt stabil, die absolute Verschuldung wächst weiter – ein finanzpolitischer Kraftakt für die kommenden Haushaltsjahre.


