Berlin. Gaskundinnen und -kunden in Deutschland können auf eine spürbare Entlastung hoffen: Der Bundestag hat beschlossen, die Gasspeicherumlage abzuschaffen. Der Bund übernimmt bis Ende des Jahres die Kosten von rund 3,4 Milliarden Euro jährlich. Ab 2026 soll die Umlage vollständig wegfallen.
Die Umlage war nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eingeführt worden, um die teure Befüllung der Gasspeicher mit Ersatzgas zu finanzieren. Sie machte bislang etwa 2,4 Prozent des Gaspreises für Privathaushalte aus – für einen durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt bedeutete das eine jährliche Mehrbelastung von 30 bis 60 Euro.
Mit den Stimmen von CDU, CSU und SPD wurde die Gesetzesänderung angenommen. Grüne und AfD stimmten dagegen, die Linke enthielt sich. Die Grünen kritisierten, dass die Mittel besser in Klimaschutzmaßnahmen wie Wärmepumpen oder Gebäudedämmung fließen sollten. Auch die Linke forderte stattdessen eine Senkung der Stromsteuer und die Einführung eines Klimagelds.
Finanziert wird die Maßnahme aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF), einem Sonderhaushalt des Bundes. Ziel ist es, die hohen Energiekosten infolge des russischen Gasstopps abzufedern.
Ob die Verbraucher tatsächlich sofort niedrigere Rechnungen sehen, bleibt jedoch unklar. Laut Verband kommunaler Unternehmen (VKU) wollen Stadtwerke den Wegfall der Umlage zwar weitergeben, doch der Gaspreis setze sich aus mehreren, teils schwankenden Komponenten zusammen.
Sicher ist: Die Bundesregierung sendet mit dem Beschluss ein Signal – die Zeit der hohen Gasumlagen soll enden, auch wenn der Weg zu dauerhaft günstiger Energie noch weit ist.


