Koblenz. Ein mutmaßlicher Brandanschlag auf das Gelände der Rüstungsfirma Thales in Koblenz sorgt für erhebliche Ermittlungen der Justiz. Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Dienstag im Industriegebiet der Stadt mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt. Kurz darauf tauchte im Internet ein angebliches Bekennerschreiben auf, dessen Echtheit nun überprüft wird.
Wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz auf Anfrage bestätigte, wurden auf dem Firmengelände drei Transporter des Unternehmens gezielt angezündet. Durch die starke Hitze wurde zudem ein weiteres Fahrzeug auf einem benachbarten Grundstück beschädigt. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 150.000 Euro geschätzt.
Besondere Brisanz erhält der Fall durch ein Schreiben, das auf der linken Internetplattform Indymedia veröffentlicht wurde. Darin bekennt sich eine Gruppe zu der Tat, die sich selbst als „revolutionär“ und „kommunistisch“ bezeichnet. Ob es sich dabei um ein authentisches Bekennerschreiben der Täter handelt, ist nach Angaben der Ermittler bislang völlig offen. Die Inhalte und Hintergründe würden derzeit geprüft.
Ein politisch motivierter Hintergrund kann nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft nicht ausgeschlossen werden. Dafür spricht aus Sicht der Ermittler auch die Auswahl des Ziels: Thales ist ein international tätiger Rüstungskonzern mit sicherheitsrelevanten Geschäftsbereichen. Dennoch wird aktuell ausschließlich wegen Brandstiftung ermittelt.
„Ob die Tat durch Angehörige einer terroristischen oder kriminellen Vereinigung begangen worden ist, ist Gegenstand der Ermittlungen und kann derzeit noch nicht abschließend beantwortet werden“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Zu möglichen Tatverdächtigen oder weiteren Ermittlungsdetails machten die Behörden bislang keine Angaben.
Der Fall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf Unternehmen mit Bezug zur Rüstungs- und Sicherheitsindustrie ein und dürfte auch über Koblenz hinaus Aufmerksamkeit auf sich ziehen.


