Halle (Saale). Nach der mutmaßlich politisch motivierten Sachbeschädigung an mehreren Mietfahrzeugen in Halle hat sich eine linksextreme Gruppierung zu der Tat bekannt. Auf einer einschlägigen Internetplattform veröffentlichte die sogenannte Antifa ein Bekennerschreiben, in dem sie die Verantwortung für die Attacke auf das Gelände eines Autovermieters in der Delitzscher Straße übernimmt – und zugleich weitere Aktionen dieser Art indirekt befürwortet.
Nach eigenen Angaben habe die Gruppe insgesamt 13 Fahrzeuge gezielt beschädigt und mit politischen Parolen besprüht. Die Autos seien mit Schriftzügen wie „Fuck ICE“, „Stop ICE“ und „ICE Mörder“ versehen worden. Darüber hinaus wurden bei mehreren Wagen Reifen zerstochen, wodurch ein Teil der Flotte vorübergehend nicht mehr einsatzfähig ist.
Die Täter begründen ihre Aktion mit der Geschäftstätigkeit des betroffenen Unternehmens in den USA. In dem Schreiben wird behauptet, dass Fahrzeuge des Autovermieters dort von der umstrittenen Einwanderungsbehörde U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) genutzt würden. Diese stehe aus Sicht der Gruppe für rassistische Praktiken und Gewalt gegenüber Migranten. Die Attacke in Halle wird in diesem Kontext als politischer Protest inszeniert.
Besonders brisant: Am Ende des Bekennerschreibens ruft die Gruppierung offen zu weiteren ähnlichen Aktionen auf. In teils zynischem Ton wird dazu ermutigt, „nächtliche Ausflüge“ zu unternehmen – ein indirekter Appell zu weiteren Sachbeschädigungen.
Die Behörden reagieren entsprechend alarmiert. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen und prüft neben Sachbeschädigung auch den Verdacht politisch motivierter Kriminalität. Der entstandene Schaden wird derzeit auf über 10.000 Euro geschätzt, hinzu kommen wirtschaftliche Einbußen durch den Ausfall der Fahrzeuge im Vermietbetrieb.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Aktionen ein, bei denen internationale politische Konflikte und Debatten auf lokaler Ebene ausgetragen werden. Sicherheitsbehörden warnen seit längerem vor einer zunehmenden Radikalisierung einzelner Gruppen, die gezielt Unternehmen oder Infrastruktur ins Visier nehmen, um politische Botschaften zu platzieren.


