5.000 Kampfdrohnen aus Bayern für die Ukraine

Im Großraum München läuft die Serienproduktion von mehr als 5.000 weitreichenden Kampfdrohnen für die Ukraine an. Der Auftrag der Bundesregierung hat nach Angaben aus Industriekreisen ein Volumen von rund 300 Millionen Euro. Die ersten Flugkörper sind bereits gefertigt. Mehr als 5.000 Kampfdrohnen sollen künftig aus deutscher Produktion an die Ukraine geliefert werden. Das deutsch-amerikanische Rüstungsunternehmen Auterion und sein ukrainischer Partner Airlogix haben nach eigenen Angaben mit der Serienfertigung begonnen. Der konkrete Produktionsstandort bei München wird nicht öffentlich genannt. Ein weiterer Fertigungsstandort in Ostdeutschland ist vorgesehen.

Der Auftrag soll bis Mitte 2027 abgeschlossen werden. Nach Informationen aus Industriekreisen liegt sein Wert bei etwa 300 Millionen Euro. Zum Einsatz kommen zwei unterschiedliche Drohnentypen – darunter ein System mit einer Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern. Eine zentrale Rolle spielt die Software. Auterion liefert Betriebssystem und Softwarekomponenten, während Airlogix für die Hardware zuständig ist. Die Systeme sollen mithilfe künstlicher Intelligenz auch unter Bedingungen elektronischer Störung ihre Ziele erreichen können. Die Drohnen sind für den einmaligen Einsatz konzipiert. Sie werden mit einem Gefechtskopf bestückt und sollen ihr Ziel direkt angreifen. Damit unterscheiden sie sich grundlegend von wiederverwendbaren Aufklärungs- oder Transportdrohnen.

München wird zum Rüstungsstandort für Drohnentechnik

Die neue Fertigung ist kein isoliertes Projekt. Bayern entwickelt sich zunehmend zu einem Zentrum der deutschen Defence-Tech-Branche. Neben Auterion sind auch Unternehmen wie Helsing und Quantum Systems in der Region stark vertreten. Die bayerische Staatsregierung bezeichnet den Freistaat inzwischen ausdrücklich als führenden deutschen Standort für Sicherheits- und Verteidigungstechnologie. Auch andere deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen bauen ihre Produktion in Deutschland aus. So wird beispielsweise die Fertigung unbemannter Bodenfahrzeuge in Deutschland hochgefahren.

Deutschland setzt auf industrielle Massenproduktion

Der neue Auftrag zeigt eine strategische Veränderung: Deutschland unterstützt die Ukraine nicht mehr nur mit einzelnen Waffensystemen, sondern beteiligt sich zunehmend am Aufbau industrieller Produktionskapazitäten für moderne unbemannte Systeme. Parallel arbeitet Berlin mit Kiew an weiteren Drohnenprojekten. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten laufen Gespräche über eine umfassendere Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung und Produktion von Drohnen, Raketen und entsprechender Software. Für die deutsche Rüstungsindustrie bedeutet das einen erheblichen Wachstumsschub. Für die Ukraine geht es dagegen vor allem darum, große Stückzahlen vergleichsweise kostengünstiger Systeme für den Einsatz gegen russische Streitkräfte verfügbar zu machen.

Mit der Produktion von mehr als 5.000 Kampfdrohnen wird damit auch sichtbar, wie stark sich die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie seit Beginn des russischen Angriffskrieges verändert hat. Aus einzelnen Hightech-Projekten entsteht zunehmend eine industrielle Serienfertigung.

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