Firmensterben: Rund 188.000 Betriebe geben auf

Die deutsche Wirtschaft verliert weiterhin Unternehmen. 187.744 Betriebe haben 2025 ihre Geschäftstätigkeit aufgegeben – rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurde der höchste Wert seit nahezu 20 Jahren erreicht. Rein rechnerisch entspricht das etwa 21 Unternehmensschließungen pro Stunde. Die Zahlen zeichnen allerdings ein differenzierteres Bild als die Schlagzeile vom „Firmensterben“ zunächst vermuten lässt. Nur etwa 13 Prozent der Schließungen gingen auf ein Insolvenzverfahren zurück. Die große Mehrheit der Unternehmen beendete ihre Tätigkeit freiwillig.

Ein wichtiger Faktor ist die fehlende Unternehmensnachfolge. Nach Angaben des ZEW erfolgt inzwischen fast ein Drittel der freiwilligen Geschäftsaufgaben aus Altersgründen, weil Unternehmer keinen Nachfolger finden.

Bau, Gastronomie und Industrie besonders betroffen

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im Baugewerbe, Gastgewerbe und in der Industrie. Rund 24.000 Unternehmen aus dem Baugewerbe stellten 2025 ihren Betrieb ein. Im Gastgewerbe waren es etwa 15.000 Betriebe, ein Anstieg von 15 Prozent. Die Industrie verzeichnete rund 11.000 Schließungen. Auch das Gesundheitswesen verliert Unternehmen und Einrichtungen. Knapp 11.000 Schließungen wurden registriert, darunter rund 5.500 Arztpraxen. Gerade dort spielt die fehlende Nachfolge eine wichtige Rolle.

Hohe Kosten und Fachkräftemangel belasten Unternehmen

Als Gründe für die Entwicklung werden mehrere Faktoren genannt. Hohe Energie- und Betriebskosten treffen viele Unternehmen ebenso wie zunehmender Wettbewerbsdruck, Fachkräftemangel und Bürokratie. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und der technologische Wandel. Creditreform spricht von einer zunehmenden „Krisendynamik“, die inzwischen auch wirtschaftlich grundsätzlich solide Unternehmen erreicht.

Problem für den Wirtschaftsstandort

Die Entwicklung ist nicht allein wegen der Zahl geschlossener Betriebe relevant. Mit jedem aufgegebenen Unternehmen können Arbeitsplätze, Fachwissen, regionale Wertschöpfung und Ausbildungsplätze verloren gehen. Besonders problematisch ist die Entwicklung dort, wo Unternehmen aufgrund fehlender Nachfolger schließen, obwohl grundsätzlich eine Fortführung möglich wäre. Das aktuelle Zahlenbild deutet damit auf eine strukturelle Herausforderung für den deutschen Wirtschaftsstandort hin: Nicht nur Insolvenzen, sondern auch freiwillige Geschäftsaufgaben reduzieren die Zahl aktiver Unternehmen.

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