Die anhaltende Hitze und Trockenheit erhöhen derzeit vielerorts in Deutschland die Waldbrandgefahr. Temperaturen von mehr als 35 Grad verschärfen die Situation zusätzlich. In der Eifel mussten bereits Menschen wegen eines Großbrandes ihre Häuser verlassen. Damit rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die bei schnell eskalierenden Bränden entscheidend sein kann: Was sollte man tun, wenn plötzlich eine Evakuierung angeordnet wird?
Wenn sich ein Wald- oder Flächenbrand auf bewohnte Gebiete ausbreitet, bleibt den Einsatzkräften mitunter nur wenig Zeit. Eine Evakuierung dient deshalb vor allem dazu, Menschen rechtzeitig aus einem gefährdeten Bereich zu bringen. Entscheidend ist, die Anweisungen von Feuerwehr, Polizei und örtlicher Einsatzleitung konsequent zu befolgen. Eigene Wege oder Verzögerungen können die Evakuierung erschweren und Einsatzkräfte zusätzlich gefährden.
Wichtige Dokumente und Medikamente griffbereit halten
Für eine kurzfristige Evakuierung sollte eine kleine Tasche vorbereitet werden. Darin sollten insbesondere Ausweisdokumente, Krankenkassenkarte, benötigte Medikamente, Kleidung und persönliche Hygieneartikel enthalten sein. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte diese nicht erst im Evakuierungsfall zusammensuchen müssen. Auch wichtige persönliche Unterlagen sollten schnell erreichbar sein.

Wohnung richtig verlassen
Vor dem Verlassen der Wohnung sollten Türen und Fenster geschlossen werden. Rollläden sollten dagegen geöffnet bleiben. Licht und Kerzen sind auszuschalten. Auch Elektro- und Gasgeräte sollten abgeschaltet werden. Wasserhähne können zugedreht werden. Gas, Wasser und Strom sollten jedoch nicht vollständig abgestellt werden.
Haustiere nicht vergessen
Auch Haustiere müssen bei einer Evakuierung berücksichtigt werden. Wenn möglich, sollten Hunde, Katzen und andere Tiere mitgenommen werden. Ist eine Mitnahme ausnahmsweise nicht möglich, sollten zumindest ausreichend Futter und Wasser bereitgestellt werden. Allerdings sollte die eigene Sicherheit immer Vorrang haben.
Warnungen über mehrere Kanäle beachten
Informationen über eine Evakuierung können über verschiedene Wege verbreitet werden. Dazu gehören Lautsprecherdurchsagen, Polizei und Feuerwehr sowie gegebenenfalls Sirenen. Auch Warn-Apps wie NINA oder KATWARN können wichtige Informationen liefern. Sie können unter anderem darüber informieren, welche Straßen oder Gebiete geräumt werden müssen, welche Fristen gelten und wo Notunterkünfte oder Betreuungsstellen eingerichtet wurden.
Im Ernstfall zählt jede Minute
Eine Evakuierung sollte nicht erst dann vorbereitet werden, wenn Rauch bereits sichtbar ist. Gerade bei Waldbränden können Windänderungen und trockene Vegetation dazu führen, dass sich Feuer schnell ausbreitet. Wer wichtige Dokumente, Medikamente und persönliche Dinge griffbereit hält und Warnmeldungen verfolgt, kann im Ernstfall schneller reagieren. Die wichtigste Regel bleibt dabei: Den Anweisungen der Einsatzkräfte folgen und den gefährdeten Bereich unverzüglich verlassen.


