Eine heftige Unwetterfront hat am Samstagabend weite Teile Brandenburgs erfasst und zahlreiche Feuerwehren in Atem gehalten. Besonders betroffen waren der Nordwesten des Bundeslandes, wo Sturmböen Bäume entwurzelten und Äste auf Straßen sowie Bahnstrecken stürzen ließen. Insgesamt mussten die Einsatzkräfte zu weit über 150 wetterbedingten Einsätzen ausrücken. Schwerpunkte lagen im Havelland, in der Prignitz, Ostprignitz-Ruppin sowie in Potsdam. Auch in Potsdam-Mittelmark und Brandenburg an der Havel waren die Feuerwehren im Dauereinsatz. Nach ersten Erkenntnissen wurden keine Menschen verletzt.
Bahnverkehr durch umgestürzten Baum beeinträchtigt
Die Unwetter führten auch zu Einschränkungen im Bahnverkehr. Bei Karstädt in der Prignitz stürzte ein Baum auf eine Oberleitung und unterbrach die Stromversorgung der Strecke. Die Reparaturarbeiten dauerten auch nach dem Unwetter an. Mehrere Züge mussten umgeleitet werden, wodurch es zu erheblichen Verspätungen kam. Berlin blieb von den stärksten Auswirkungen weitgehend verschont. Dort registrierten die Einsatzkräfte lediglich rund 30 wetterbedingte Einsätze. Größere Schäden oder Blitzeinschläge wurden zunächst nicht gemeldet.
Waldbrand in der Gohrischheide bereitet Feuerwehr Sorgen
Parallel zum Unwetter kämpften Einsatzkräfte gegen einen erneut ausgebrochenen Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg. Das Feuer hatte sich am Samstagnachmittag rasch ausgebreitet. Die Feuerwehr konzentrierte sich in der Nacht darauf, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Für Sonntag wurden kräftige Windböen erwartet, die Funkenflug und neue Brandherde begünstigen könnten. Besonders schwierig gestalten sich die Löscharbeiten, da das Gebiet im Landkreis Meißen mit alter Munition belastet ist. Dadurch können nicht alle Brandbereiche gefahrlos betreten werden. Eine unmittelbare Gefahr für Ortschaften bestand zunächst jedoch nicht.
Technischer Defekt: 400 Fahrgäste bei extremer Hitze evakuiert
Zusätzlich sorgte die außergewöhnliche Hitze für einen Großeinsatz der Rettungskräfte. In Gransee im Landkreis Oberhavel blieb ein Regionalexpress der Linie RE5 aufgrund eines technischen Defekts auf freier Strecke liegen. Rund 400 Fahrgäste mussten bei Temperaturen von nahezu 40 Grad Celsius etwa zwei Stunden in dem stehenden Zug ausharren, bevor Feuerwehr und Rettungsdienst die Evakuierung einleiteten. Mit einem Großaufgebot wurden die Reisenden schließlich in Sicherheit gebracht.
Hitze setzt auch der Berliner S-Bahn zu
Nicht nur der Regionalverkehr war betroffen. Auch im Berliner S-Bahn-Netz führte die extreme Hitze zu Problemen. Nach Angaben des Unternehmens kam es im gesamten Streckennetz zu Verspätungen und einzelnen Zugausfällen, da die hohen Temperaturen die Technik belasteten.
Bis zu 41 Grad – Gewitter bringen Wetterumschwung
Der Deutsche Wetterdienst erwartet am Sonntag den Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle. In Berlin und Brandenburg werden Höchsttemperaturen zwischen 37 und 41 Grad erreicht. Im Tagesverlauf steigt gleichzeitig die Gefahr schwerer Hitzegewitter. Örtlich sind Starkregen, Hagel sowie schwere Sturmböen möglich. Bereits in der Nacht zum Montag sollen die Temperaturen deutlich zurückgehen.
Zu Beginn der neuen Woche entspannt sich die Wetterlage spürbar. Für Montag werden nur noch Höchstwerte zwischen 27 und 31 Grad erwartet. Dazu ziehen immer wieder Schauer und Gewitter durch die Region. Auch am Dienstag bleibt es deutlich kühler als an den Vortagen.


