Waldbrand bedroht Schutzgebiet bei Ruhpolding

Ein Waldbrand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding hält seit Sonntagabend zahlreiche Einsatzkräfte in Atem. Auf dem rund 1.270 Meter hohen Berg stehen mehrere Hektar Wald in Flammen. Besonders die steilen und felsigen Abschnitte des Geländes erschweren die Löscharbeiten erheblich. Nach ersten Schätzungen des Bürgermeisters erfasste das Feuer am frühen Montagmorgen eine Fläche von etwa vier bis fünf Hektar. Zwar hat sich die Ausbreitung zuletzt verlangsamt, doch insbesondere in schwer zugänglichen Hanglagen brennt es weiterhin.

Löscheinsatz aus der Luft im Fokus

Da viele Brandherde am Boden kaum erreichbar sind, konzentriert sich der Einsatz derzeit vor allem auf die Luft. Mehrere Hubschrauber – darunter Maschinen der Polizei – transportieren Löschwasser in großen Behältern zu den Flammen und bekämpfen die Brandherde aus der Luft. Am Boden sichern Feuerwehrkräfte die Forstwege und bewässern die ausgetrockneten Flächen, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. In der Nacht hatten sich die Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen auf Beobachtung beschränkt.

Katastrophenfall ausgerufen – Trinkwasserschutzgebiet bedroht

Angesichts der Lage hat Landrat Andreas Danzer den Katastrophenfall für den Landkreis ausgerufen. Ausschlaggebend ist dabei weniger die Größe des Brandes als vielmehr die potenzielle Gefahr für das Trinkwasserschutzgebiet Laubau. Durch die Einstufung als Katastrophenlage können zusätzliche Kräfte schneller und unbürokratischer angefordert werden. Derzeit sind rund 175 Einsatzkräfte im Einsatz – darunter Feuerwehr, Polizei und Bergwacht.

Rauch und Asche belasten Anwohner

Für die Bevölkerung besteht zwar keine unmittelbare Gefahr durch die Flammen, dennoch warnen die Behörden vor den Auswirkungen des Brandes. Insbesondere Ascheregen kann in den betroffenen Gebieten auftreten. Anwohner südlich des Ortsteils Laubau sowie rund um die Chiemgau-Arena werden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten.

Extreme Trockenheit als Brandbeschleuniger

Die derzeitige Lage wird durch die außergewöhnliche Trockenheit verschärft. Nach Angaben des Deutscher Wetterdienst war der April einer der trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mit lediglich rund 15 Litern Niederschlag pro Quadratmeter blieb der Monat weit unter dem langjährigen Durchschnitt. Diese Bedingungen machen Wälder besonders anfällig für Brände – selbst kleinste Funken können verheerende Folgen haben.

Ursache des Feuers noch unklar

Wie genau der Brand am Saurüsselkopf ausgelöst wurde, ist bislang nicht geklärt. Die Behörden ermitteln in alle Richtungen. Klar ist jedoch: Die ohnehin hohe Waldbrandgefahr im Freistaat Bayern hatte bereits zuvor ein kritisches Niveau erreicht. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hatte erst kürzlich eindringlich vor der Gefahr gewarnt und auf das geltende Rauchverbot in Wäldern hingewiesen.

Hoffnung auf Wetterumschwung

Eine Entspannung der Lage könnte erst das Wetter bringen. Prognosen zufolge sind frühestens ab Mittwochnachmittag nennenswerte Regenfälle in der Region zu erwarten. Bis dahin müssen die Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen kämpfen – unter schwierigen Bedingungen in unwegsamem Gelände.

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