Schwere Unwetter rund um Ägäisches Meer

Heftige Unwetter haben weite Teile von Griechenland schwer getroffen und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Besonders betroffen sind die südliche Ägäis sowie die Region rund um Athen. Ein Mensch kam ums Leben, zahlreiche Orte kämpfen mit den Folgen von Starkregen, Orkanböen und einer außergewöhnlich hohen Belastung durch Saharastaub.

Die Behörden reagierten mit drastischen Maßnahmen: In vielen Regionen wurden Warnmeldungen direkt per SMS an die Bevölkerung verschickt – mit der klaren Aufforderung, Häuser möglichst nicht zu verlassen. Die Lage gilt als angespannt, da mehrere extreme Wetterphänomene gleichzeitig auftreten.

Auf der Urlaubsinsel Rhodos musste die Feuerwehr mehr als 50 Mal ausrücken. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, Stromleitungen wurden beschädigt, auch Boote und Hafenanlagen erlitten teils schwere Schäden. Der Zivilschutz rief Bewohner und Touristen dazu auf, ihre Bewegungen stark einzuschränken.

Auch im Großraum Athen kam es zu dramatischen Szenen: In einem Vorort wurde ein Mann von Wassermassen mitgerissen und unter einem Fahrzeug eingeklemmt – für ihn kam jede Hilfe zu spät. Überschwemmte Straßen und überlastete Abwassersysteme verschärfen die Lage zusätzlich.

Besonders kritisch ist die Situation auf Kreta. Dort treffen starke Winde auf eine extreme Feinstaubbelastung durch Saharastaub. Messungen zeigen teils über 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – ein Vielfaches der üblichen Grenzwerte. Die gesundheitlichen Risiken sind entsprechend hoch, insbesondere für ältere Menschen und Personen mit Atemwegserkrankungen.

Die Auswirkungen reichen inzwischen auch in den Luftverkehr: Zahlreiche Flüge von und nach Kreta mussten gestrichen oder umgeleitet werden. Gleichzeitig ist der Fährverkehr in der südlichen Ägäis weitgehend zum Erliegen gekommen. Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde und meterhohe Wellen machen eine sichere Schifffahrt unmöglich.

Auch der Alltag auf vielen Inseln ist stark eingeschränkt. Auf den Inselgruppen der Kykladen und der Dodekanes – darunter beliebte Reiseziele wie Mykonos, Paros, Rhodos und Kos – bleiben Schulen geschlossen. Der Unterricht wird kurzfristig auf Online-Formate umgestellt.

Meteorologen warnen, dass die extreme Wetterlage noch bis mindestens Donnerstagabend anhalten könnte. Die Kombination aus Sturm, Starkregen und Saharastaub stellt eine außergewöhnliche Belastung für Infrastruktur, Bevölkerung und Einsatzkräfte dar – und dürfte auch in den kommenden Tagen für erhebliche Einschränkungen sorgen.

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