Riesige Sahara-Staubwolke zieht über Deutschland

Ein außergewöhnliches Wetterphänomen sorgt derzeit über Deutschland für besondere Bedingungen am Himmel: Eine gewaltige Staubwolke aus der Sahara hat Mitteleuropa erreicht und beeinflusst das Wetter im gesamten Land. Meteorologen sprechen von einer besonders ausgeprägten Staubverlagerung, die sich über das gesamte Wochenende hinweg bemerkbar machen wird.

Nach Berechnungen von Wetterexperte Dr. Karsten Brandt befindet sich eine enorme Menge an Sandpartikeln in der Atmosphäre. Grundlage seiner Berechnung ist eine durchschnittliche Staubkonzentration von etwa einem Gramm pro Kubikmeter Luft. Daraus ergibt sich eine Gesamtmenge von rund 230.000 Kubikmetern Saharastaub, was umgerechnet etwa 368 Millionen Kilogramm entspricht.

Anschaulich erklärt bedeutet das: In mehreren Kilometern Höhe über Deutschland schwebt eine gigantische „Wanderdüne“, die in etwa der Größe eines zehnstöckigen Gebäudes entspricht und sich mit den Luftströmungen über das Land bewegt.

Staub erreicht ganz Deutschland

Bereits im Westen Deutschlands wurde das Phänomen zuerst registriert. Im Verlauf des Wochenendes breitet sich die Staubwolke weiter aus und erreicht schließlich auch die übrigen Regionen des Landes. Der Deutsche Wetterdienst bestätigt die ungewöhnlich starke Ausprägung. Meteorologe Christian Herold erklärt, dass sich der Saharastaub in Höhen von bis zu fünf Kilometern über der Erdoberfläche bewegt. In dieser Intensität tritt das Phänomen laut Experten nur zwei- bis dreimal pro Jahr auf.

Warme Luft transportiert den Staub nach Europa

Der Transport des Wüstenstaubs erfolgt über große Luftströmungen aus Nordafrika. Laut Diplom-Meteorologe Dominik Jung treten solche Staubverlagerungen besonders häufig im Frühling auf. Dann gelangt warme Luft aus der Sahara regelmäßig bis nach Europa.

Starke Winde an den Rändern von Mittelmeer-Tiefs wirbeln den Staub zuvor in große Höhen. Dort wird er von den Luftströmungen über tausende Kilometer nach Norden transportiert – bis nach Deutschland.

Regen wird den Staub wieder aus der Luft waschen

Das Wetterphänomen wird jedoch nur vorübergehend bleiben. Meteorologen gehen davon aus, dass sich der Saharastaub spätestens bis Mittwoch wieder auflöst. Ursache dafür ist leichter Regen, der die Staubpartikel aus der Atmosphäre auswaschen wird. Dann kann es allerdings zu einem bekannten Effekt kommen: Der sogenannte „Blutregen“ hinterlässt feine rötliche Staubspuren auf Autos, Fenstern oder Terrassen.

Experten raten deshalb, mit dem Frühjahrsputz noch etwas zu warten. Wer jetzt sein Auto wäscht oder Wäsche draußen aufhängt, könnte kurz darauf erneut reinigen müssen.

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