Sachsen-Anhalt investiert weiter in den Sirenen-Ausbau

Magdeburg. Ob Hochwasser, Sturm, Großbrand oder andere Gefahrenlagen – wenn jede Minute zählt, muss die Bevölkerung schnell und verlässlich gewarnt werden. Sachsen-Anhalt setzt dabei weiter konsequent auf den Ausbau seiner Sireneninfrastruktur. Mit umfassenden Förderprogrammen von Bund und Land investiert das Bundesland Millionenbeträge in den Katastrophenschutz und reagiert damit auf wachsende Risiken durch Extremwetter und sicherheitspolitische Unsicherheiten.

Seit 2021 unterstützen Bund und Land Städte und Gemeinden mit einer vollständigen Pauschalförderung beim Aufbau und der Modernisierung von Sirenen. Insgesamt haben 101 Kommunen über die Landkreise und kreisfreien Städte 333 Förderanträge eingereicht. Alle Anträge wurden bewilligt. Das Gesamtvolumen der Investitionen beläuft sich auf rund 4,1 Millionen Euro. Davon steuerte der Bund etwa drei Millionen Euro bei, das Land Sachsen-Anhalt bislang rund 1,1 Millionen Euro.

Innenministerin Dr. Tamara Zieschang verweist auf die Lehren aus der Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021. Diese habe drastisch vor Augen geführt, wie lebenswichtig eine funktionierende Warninfrastruktur sei. „Warnungen müssen alle Menschen erreichen – schnell, zuverlässig und über verschiedene Kanäle“, betonte die Ministerin. Sirenen seien dabei unverzichtbar: Sie seien laut, technisch robust und über weite Entfernungen hörbar. Gerade im Ernstfall, wenn Mobilfunknetze ausfallen oder digitale Warnsysteme nicht greifen, könnten sie entscheidend sein.

Im bundesweiten Vergleich verfügt Sachsen-Anhalt zwar weiterhin über eine hohe Sirenendichte. Dennoch sieht das Innenministerium Handlungsbedarf. Zwischen 2021 und 2025 wurden rund 180 neue Sirenen installiert und etwa 40 bestehende Anlagen modernisiert. Insgesamt gibt es im Land derzeit rund 2.000 Sirenen. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse, aber auch vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, reichen diese aus Sicht der Landesregierung jedoch nicht aus, um einen flächendeckenden und redundanten Bevölkerungsschutz sicherzustellen.

Der Ausbau soll deshalb weitergehen. Für das Jahr 2026 ist eine zusätzliche Landesförderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Ab 2027 sollen darüber hinaus Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur in den weiteren Ausbau des Sirenennetzes fließen. Gefördert werden dabei nicht nur neue Sirenen, sondern auch moderne Steuer- und Ansteuerungssysteme, um Warnungen künftig noch schneller und gezielter auslösen zu können.

Der Kurs ist klar: Sachsen-Anhalt will seine Warninfrastruktur dauerhaft stärken – als zentrale Säule des Bevölkerungsschutzes und als Lehre aus vergangenen Katastrophen.

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