Vogtlandkreis setzt auf Sirenen-Erneuerungskonzept

Muldenhammer. Der Vogtlandkreis bündelt den Katastrophenschutz weiter auf Kreisebene: Nach den elektronischen Sirenen gehen nun auch die verbliebenen Motorsirenen der Gemeinden in seine Verantwortung über. Ziel ist eine flächendeckende Modernisierung bis 2035.

In Muldenhammer wurden sieben Motorsirenen – in Hammerbrücke, Schneckenstein, Jägersgrün, Rautenkranz, Friedrichsgrün und Tannenbergsthal – unentgeltlich an den Kreis übertragen. Der Gemeinderat ebnete damit den Weg für die Umsetzung des vom Kreistag beschlossenen „Sirenenkonzepts 2035“. Bereits vor drei Jahren hatte die Kommune ihre elektronischen Anlagen abgegeben.

Modernisierung nach Prioritätenliste

Der Landkreis übernimmt künftig Betrieb und Modernisierung sämtlicher Bestandsanlagen. Die wiederkehrenden Kosten – etwa für den Austausch von Akkus – werden zwischen Kreis und Gemeinde hälftig geteilt, erklärte Bürgermeister Wolfgang Schädlich.

Ein Schwerpunkt liegt auf der technischen Aufrüstung: Motorsirenen ohne Akku-Pufferung gelten als nicht mehr zeitgemäß, da sie bei Stromausfall versagen. Elektronische Anlagen hingegen verfügen über Notstromsysteme und bleiben auch bei Blackouts einsatzfähig.

19 neue Sirenen – eine für Gottesberg

Bis zum Sommer will der Vogtlandkreis insgesamt 19 neue Sirenen errichten. Eine davon entsteht im Ortsteil Gottesberg, wo es derzeit keine funktionierende Anlage gibt. Die alte Sirene war zurückgebaut worden, der Bedarf bereits 2021 angemeldet.

Die neue Anlage in Gottesberg wird auf einem gemeindeeigenen Grundstück im Bereich Talstraße/Schulstraße installiert. Die Kosten belaufen sich auf 24.711 Euro und werden vom Landkreis getragen. Die Gemeinden beteiligen sich mit rund 4000 Euro; Muldenhammer hat diesen Betrag im Haushalt 2026 eingeplant.

Signal für besseren Bevölkerungsschutz

Von den bislang elf Sirenen in Muldenhammer sind vier elektronisch, sieben mechanisch. Mit der schrittweisen Erneuerung will der Kreis die Warninfrastruktur krisenfest machen – insbesondere mit Blick auf Stromausfälle und extreme Wetterlagen.

Die Zentralisierung der Sireneninfrastruktur markiert einen weiteren Schritt hin zu einem einheitlichen, technisch modernen Warnsystem im gesamten Vogtlandkreis. Für die Kommunen bedeutet das weniger organisatorischen Aufwand – für die Bürger im Ernstfall hoffentlich mehr Sicherheit.

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