Washington/Palmyra. Die USA und verbündete Streitkräfte haben am Samstag eine neue Eskalationsstufe im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat gezündet. Nach Angaben des für den Nahen Osten zuständigen US-Regionalkommandos Centcom flogen amerikanische und alliierte Luftstreitkräfte „groß angelegte“ Angriffe auf Stellungen der Terrormiliz in ganz Syrien. Der Einsatz begann um 12.30 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste und ist Teil der laufenden Operation „Hawkeye Strike“.
Konkrete Details zu den bombardierten Zielen nannte das Pentagon zunächst nicht. Auch Angaben zu möglichen Opfern oder Schäden blieben offen. Klar ist jedoch das Ausmaß der Offensive: Wie ein US-Beamter gegenüber CBS News erklärte, kamen mehr als 90 Präzisionswaffen gegen über 35 Ziele zum Einsatz. Beteiligt waren demnach mehr als 20 Militärflugzeuge.
US-Kriegsminister Pete Hegseth unterstrich die Entschlossenheit Washingtons mit markigen Worten. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte er: „Wir werden niemals vergessen und niemals nachgeben.“ Die Botschaft ist eindeutig: Die USA wollen den verbliebenen IS-Strukturen keinen Raum zur Neuformierung lassen.
Vergeltung nach tödlichem Angriff
Hintergrund der Offensive ist ein tödlicher Angriff auf US-Kräfte Mitte Dezember. Am 13. Dezember waren in der syrischen Stadt Palmyra zwei US-Soldaten sowie ein US-Dolmetscher getötet worden, drei weitere Soldaten wurden verletzt. Das US-Militär wertete die Tat als Auslöser für „Hawkeye Strike“, eine seit dem vergangenen Monat laufende Serie gezielter Militärschläge gegen den IS.
US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Angriff einen harten Vergeltungsschlag angekündigt. Bereits zuvor hatten amerikanische Streitkräfte mehr als 70 IS-Ziele in Syrien angegriffen – mit Kampfjets, Hubschraubern und Artillerie. Ziel war es, Kämpfer der Miliz, logistische Infrastruktur und Waffenlager nachhaltig zu zerstören.
IS militärisch geschlagen – aber nicht verschwunden
Die USA führen seit 2014 eine internationale Koalition im Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien und im Irak an. Damals hatte die Terrormiliz weite Teile beider Länder unter ihre Kontrolle gebracht. Zwar gilt der IS heute als militärisch besiegt, doch nach Einschätzung westlicher Sicherheitsbehörden sind weiterhin Zellen aktiv, die Anschläge planen und ausführen.
Mit der jüngsten Offensive senden Washington und seine Partner ein Signal an Freunde und Feinde gleichermaßen: Der Kampf gegen den IS ist aus US-Sicht nicht beendet – und Angriffe auf amerikanische Kräfte bleiben nicht unbeantwortet.


