Ukraine greift Ostsee-Ölhafen Primorsk an

Der Ukraine-Krieg erreicht erneut eine kritische Infrastruktur Russlands: Bei einem nächtlichen Drohnenangriff ist im Ostseehafen Primorsk ein Treibstofftank beschädigt worden. Der Hafen gilt als einer der wichtigsten Umschlagplätze für russisches Rohöl und steht damit im Zentrum der Energieexporte des Landes.

Nach Angaben von Alexander Drosdenko, Gouverneur der Region Leningrad Oblast, konnte die Luftabwehr in der Nacht mehr als 50 Drohnen abfangen. Dennoch gelang es offenbar einzelnen Flugkörpern, ihre Ziele zu erreichen. In einem Treibstofflager brach ein Feuer aus, das Einsatzkräfte noch Stunden später beschäftigte.

Die Abwehrmaßnahmen dauerten laut Behördenangaben weiter an, während Feuerwehrteams versuchten, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Über das genaue Ausmaß der Schäden gibt es bislang keine gesicherten Informationen.

Der Hafen von Primorsk ist ein strategisch bedeutender Knotenpunkt für den Export russischen Öls über die Ostsee. Bereits in der Vergangenheit war die Anlage Ziel ukrainischer Angriffe, die zeitweise zu Unterbrechungen der Verladungen führten. Eine offizielle Stellungnahme aus Ukraine liegt bislang nicht vor. Allerdings verfolgt Kiew seit Monaten die Strategie, gezielt russische Energie- und Industrieanlagen anzugreifen, um die wirtschaftliche Grundlage der Kriegsführung zu schwächen.

Erst wenige Tage zuvor meldete das ukrainische Militär einen Angriff auf eine Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Rosneft in Saratow im Südwesten Russlands. Die jüngsten Angriffe verdeutlichen, wie sich der Krieg zunehmend auf wirtschaftlich kritische Infrastruktur ausweitet – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Energieversorgung und die Stabilität der Region.

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