Trump droht Iran mit Konsequenzen

Genf. In Genf stehen neue, indirekte Verhandlungen zwischen den Vereinigte Staaten und Iran über das umstrittene Atomprogramm Teherans an. Doch noch bevor die Delegationen zusammentreffen, verschärft US-Präsident Donald Trump den Ton deutlich – und droht dem iranischen Regime offen mit Konsequenzen, sollte es zu keiner Einigung kommen.

Wie bereits bei der vorherigen Gesprächsrunde im Oman sollen auch die Konsultationen in der Schweiz nicht direkt, sondern über Vermittler geführt werden. Die iranische Delegation wird laut Staatsmedien von Außenminister Abbas Araghtschi geleitet. Auf US-Seite entsendet das Weiße Haus den Sondergesandten Steve Witkoff sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.

Trump selbst erklärte an Bord der „Air Force One“, er werde „indirekt“ in die Gespräche eingebunden sein. Zugleich machte er unmissverständlich klar, dass Washington Geduld und Spielraum schwinden sehe. Sollte es kein Abkommen geben, werde Teheran die Folgen zu spüren bekommen. Konkrete Maßnahmen nannte er nicht – doch die Drohkulisse ist eindeutig: Die USA haben bereits zahlreiche Kriegsschiffe in die Region verlegt und einen Militäreinsatz nicht ausgeschlossen.

Im Zentrum des Konflikts steht Irans Nuklearprogramm. Washington will verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Die iranische Regierung signalisiert Bereitschaft, ihr Programm einzuschränken – verlangt im Gegenzug jedoch die Aufhebung der massiven Wirtschaftssanktionen. Außenminister Araghtschi erklärte auf der Plattform X, man strebe eine „faire und gerechte“ Einigung an, werde sich jedoch nicht unter Druck setzen lassen.

Die geopolitische Lage wird zusätzlich durch die innenpolitische Schwäche Teherans verschärft. Seit landesweiten Massenprotesten im Januar steht die Führung unter erheblichem Druck. Weltweit demonstrierten am Wochenende Exil-Iraner und Unterstützer für einen politischen Neuanfang. Zu dem Aktionstag hatte Reza Pahlavi aufgerufen, der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi. Teile der Protestbewegung sehen einen möglichen Deal mit der aktuellen Führung kritisch.

Auch Israel mischt sich vor Beginn der Gespräche deutlich ein. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu forderte in Jerusalem, ein mögliches US-Abkommen müsse die vollständige Demontage sämtlicher iranischer Nuklearanlagen umfassen – nicht nur einen Stopp der Urananreicherung. Diese Forderung habe er Trump bereits persönlich übermittelt.

Damit stehen die Gespräche in Genf unter enormem Druck. Zwischen militärischer Drohkulisse, innenpolitischer Instabilität in Teheran und maximalen Sicherheitsforderungen aus Jerusalem droht jede Verhandlung zur Gratwanderung zu werden. Ein Scheitern könnte die ohnehin fragile Lage im Nahen Osten weiter eskalieren lassen.

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