Die Lage im Nahen Osten ist in der Nacht dramatisch eskaliert. Nach einem gemeinsamen Präventivschlag von Israel und den USA auf Ziele im Iran hat Teheran mit massiven Raketen- und Drohnenangriffen reagiert. Die Region steht am Rand eines Flächenbrands.
Chamenei getötet – Teheran schwört Rache
Bei den amerikanisch-israelischen Luftangriffen wurde Irans oberster Führer Ali Chamenei getötet. Der 86-Jährige galt als mächtigster Mann der Islamischen Republik. Kurz nach Bekanntwerden seines Todes kündigten die Revolutionsgarden „die größten militärischen Operationen der iranischen Geschichte“ an. In einer scharf formulierten Erklärung schwor die Eliteeinheit Vergeltung gegen Israel und US-Stützpunkte in der gesamten Region.
Noch in derselben Nacht feuerten iranische Einheiten Raketen in Richtung israelisches Staatsgebiet und griffen zugleich amerikanische Einrichtungen sowie verbündete Staaten an.
Ex-Präsident Ahmadinedschad ebenfalls tot
Auch der frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad kam bei einem Luftangriff in Teheran ums Leben. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ilna wurde sein Wohnhaus im Osten der Hauptstadt getroffen. Ahmadinedschad hatte von 2005 bis 2013 regiert und mit radikalen antiisraelischen Äußerungen international für Empörung gesorgt.
Machtvakuum in Teheran
Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte im Sender Al Jazeera, binnen zwei Tagen solle ein neuer Oberster Führer gewählt werden. Übergangsweise habe ein dreiköpfiger Führungsrat die Amtsgeschäfte übernommen, teilte Präsident Massud Peseschkian in einer Fernsehansprache mit.
Die innenpolitische Lage im Iran ist angespannt, Beobachter warnen vor Machtkämpfen innerhalb des Establishments.
Raketen auf Golfstaaten – Tote in mehreren Ländern
Die iranische Gegenoffensive richtete sich nicht nur gegen Israel. In den Vereinigten Arabischen Emirate meldete das Militär 165 abgefeuerte ballistische Raketen. 152 seien abgefangen worden, 13 ins Meer gestürzt. Dennoch durchbrachen mehrere Drohnen die Luftabwehr. Drei ausländische Staatsbürger starben, Dutzende wurden verletzt. Auch in Kuwait wurde ein Todesopfer bestätigt, 32 Menschen erlitten Verletzungen. Alle Betroffenen sollen Ausländer sein.
Ein weiteres sicherheitspolitisches Signal kam von der britischen Seesicherheitsbehörde UKMTO: Ein Handelsschiff wurde nahe dem Hafen Mina Saqr im Emirat Ras Al Khaimah von einem Geschoss getroffen – unweit der strategisch extrem sensiblen Straße von Hormus. Das Feuer an Bord konnte gelöscht werden.
Israel unter Dauerbeschuss
In Israel schlugen mehrere Raketen ein. Nach Angaben des Senders N12 kamen in der Stadt Beit Schemesch mindestens acht Menschen ums Leben, als ein Wohngebäude getroffen wurde. Auch aus Tel Aviv wurden Explosionen gemeldet. Insgesamt stieg die Zahl der israelischen Todesopfer auf mindestens neun. Die Stadt liegt westlich von Jerusalem, das ebenfalls in Alarmbereitschaft versetzt wurde.
EU zwischen Hoffnung und Alarm
Die Europäische Union reagierte gespalten. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von „neuer Hoffnung für das iranische Volk“, warnte jedoch zugleich vor einer Destabilisierung der gesamten Region. Außenbeauftragte Kaja Kallas nannte die Tötung Chameneis einen historischen Wendepunkt und kündigte diplomatische Initiativen an. Ihre Stellungnahme veröffentlichte sie über die Plattform X.
Saudi-Arabien droht mit Kriegseintritt
Brisant ist auch die Reaktion aus Saudi-Arabien. Laut einem Bericht von CNN kündigte Riad an, direkt militärisch einzugreifen, falls iranische Angriffe auf US-Stützpunkte im Königreich fortgesetzt würden. Ein solcher Schritt würde den Konflikt endgültig zu einem offenen regionalen Krieg ausweiten.
Die Fronten verhärten sich stündlich. Mit der Tötung der iranischen Führungsspitze, massiven Gegenschlägen auf mehrere Staaten und der Drohung weiterer Interventionen steht der Nahe Osten vor der gefährlichsten Eskalation seit Jahrzehnten.


