Ermittlern in Nordrhein-Westfalen ist ein massiver Schlag gegen die organisierte Drogenkriminalität gelungen. Im Fokus steht ein international agierendes Netzwerk, das offenbar über Monate hinweg große Mengen Marihuana nach Deutschland geschmuggelt hat. Die Dimension des Falls ist erheblich: Insgesamt wurden Betäubungsmittel mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von über 15 Millionen Euro sichergestellt.
Das Verfahren wird von der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten NRW (ZeOS NRW) bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf geführt. Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Hinweis aus den USA Ende 2025. Dort hatten Behörden bei der Kontrolle eines Frachtcontainers aus Kanada eine spektakuläre Entdeckung gemacht: Rund 1,2 Tonnen Marihuana, versteckt in einer Tarnladung aus Bürostühlen.
Die Spur führte nach Langenfeld. Gemeinsam mit dem Zollfahndungsamt Essen bereiteten die Ermittler einen Zugriff vor. Anfang Januar 2026 war es schließlich so weit: Rund 100 Einsatzkräfte observierten die Anlieferung des Containers und griffen zu, als vier Verdächtige mit der Entladung begannen. Sie wurden noch vor Ort festgenommen.
In der Folge durchsuchten die Fahnder mehrere Objekte in Langenfeld und Solingen. Dabei stießen sie auf weitere Drogenlager. Allein in einem Lager wurden zusätzlich zehn Kilogramm Marihuana und 29 Kilogramm Haschisch entdeckt. Gegen einen 38-jährigen Hauptverdächtigen aus Solingen erließ das Amtsgericht Haftbefehl. Drei weitere Beschuldigte aus den Niederlanden kamen nach Identitätsfeststellung wieder frei.
Doch damit nicht genug: Die Ermittlungen brachten schnell weitere Lieferketten ans Licht. Nur wenige Tage später stellten Beamte in Wülfrath eine weitere Lieferung sicher – rund 300 Kilogramm Marihuana, versteckt in Holzkisten aus Spanien. Ein 54-jähriger Tatverdächtiger wurde bei der Abholung festgenommen, in seiner Wohnung fanden Ermittler zusätzlich zehn Kilogramm Haschisch.
Im Laufe des Januars weitete sich die Operation weiter aus. Bei weiteren Durchsuchungen in Solingen wurden neben kleineren Mengen Marihuana auch 500 Gramm Kokain, zwei Schusswaffen sowie umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Anfang März gelang es den Ermittlern schließlich, der Gruppierung eine weitere Lieferung von 115 Kilogramm Marihuana aus Kanada zuzuordnen.
Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um eine professionell organisierte Schmugglerstruktur handelt, die international vernetzt ist und gezielt Tarnmethoden einsetzt, um Kontrollen zu umgehen. Der Fall zeigt exemplarisch, wie eng die Zusammenarbeit zwischen europäischen und nordamerikanischen Ermittlungsbehörden inzwischen ist.
Die Ermittlungen dauern weiter an, insbesondere die Auswertung der sichergestellten Beweise. Den Beschuldigten drohen empfindliche Strafen: Für bandenmäßige Einfuhr von Drogen in nicht geringer Menge sieht das Gesetz Freiheitsstrafen von zwei bis zu 15 Jahren vor.


