Norovirus-Ausbruch an Grundschule in Bad Laer

Bad Laer. Massive Krankheitswelle an einer Grundschule in Bad Laer im Landkreis Osnabrück: Mehr als 140 Kinder haben sich nachweislich mit dem Norovirus infiziert. Inzwischen sind 144 Schülerinnen und Schüler sowie sechs Lehrkräfte positiv getestet worden, wie ein Sprecher des Landkreises bestätigte. Insgesamt gelten nach Angaben des NDR sogar 227 Kinder als krankgemeldet – das entspricht mehr als zwei Dritteln der gesamten Schülerschaft.

Trotz der außergewöhnlich hohen Ausfallquote soll der Unterricht weiterlaufen.

Weitere Schule betroffen

Der Ausbruch beschränkt sich nicht nur auf die Grundschule. Auch an einer Oberschule im selben Ort wurden 53 erkrankte Schülerinnen und Schüler gemeldet. Die ersten Krankheitsfälle traten am Dienstag auf. Erst nach Laboruntersuchungen in der Nacht stand fest, dass es sich um eine Infektion mit dem Norovirus handelt.

Wie das Virus in die Einrichtungen gelangte, ist weiterhin ungeklärt. Eine mögliche Quelle könnte das Schulessen gewesen sein. Allerdings spricht dagegen, dass der Caterer auch andere Einrichtungen beliefert, in denen bislang keine vergleichbaren Fälle bekannt wurden.

Schule wird intensiv gereinigt

Angesichts der hohen Infektionszahlen sollen die Schulräume nun umfassend gereinigt und desinfiziert werden. Erkrankte Kinder und Lehrkräfte dürfen frühestens 48 Stunden nach dem vollständigen Abklingen der Symptome zurückkehren.

Noroviren gelten als extrem ansteckend. Sie werden in der Regel über sogenannte Schmierinfektionen übertragen – etwa über kontaminierte Oberflächen, Türklinken oder gemeinsam genutzte Gegenstände. Gerade in Schulen und Kindertagesstätten können sich die Erreger rasant verbreiten.

Typische Symptome – rasante Ausbreitung

Die Infektion äußert sich meist durch plötzlich einsetzendes, heftiges Erbrechen und starken Durchfall. Häufig kommen Übelkeit, Bauchschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl hinzu. Noroviren zählen zu den häufigsten Auslösern akuter Magen-Darm-Erkrankungen in Deutschland.

Vergleichbare Ausbrüche gab es in der Vergangenheit immer wieder: So wurden im Juni 2023 zahlreiche Kitas und Schulen in Göttingen von einer Norovirus-Welle erfasst. Anfang 2020 musste eine Grundschule im Landkreis Böblingen vorübergehend schließen, nachdem sich dort Brechdurchfall-Fälle gehäuft hatten.

Hoher Krankenstand – offene Fragen

Der aktuelle Fall in Bad Laer zeigt erneut, wie anfällig Bildungseinrichtungen für hochansteckende Erreger sind. Dass mehr als zwei Drittel der Kinder krankgemeldet sind und der Unterricht dennoch fortgeführt werden soll, dürfte bei Eltern und Lehrkräften Fragen aufwerfen.

Unklar bleibt vorerst, wie sich das Virus so schnell ausbreiten konnte – und ob weitere Einrichtungen betroffen sein werden.

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