Neue Sprengvorrichtungen an Stromtrassen entdeckt

In Sachsen haben Sicherheitsbehörden weitere Sprengvorrichtungen an Hochspannungsleitungen entdeckt. Damit wurden in der Region inzwischen 21 selbst hergestellte Vorrichtungen gefunden und von Spezialisten des Landeskriminalamtes entschärft. Die Geräte sollten offenbar Kurzschlüsse verursachen und damit das Stromnetz beschädigen. Die jüngsten Funde wurden südlich des Umspannwerks Graustein bei Schleife im Landkreis Görlitz entdeckt. Nach Angaben der Ermittler kam es bislang zu keinem Schaden und zu keiner Beeinträchtigung der Stromversorgung.

Zusammenhang mit bundesweiter Sabotageserie wird geprüft

Die Ermittler prüfen einen Zusammenhang mit mehreren Angriffen auf die Energieinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Dort waren ebenfalls Vorrichtungen gefunden beziehungsweise Stromanlagen gezielt beschädigt worden. Im Mittelpunkt der bundesweiten Ermittlungen steht ein 48-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen. Gegen ihn wird wegen mehrerer mutmaßlicher Sabotageakte gefahndet. Die Polizei geht Hinweisen nach, wonach er auch für die Vorgänge in Sachsen verantwortlich sein könnte.

Bekennerschreiben führt zu weiteren Funden

Auf die Spur der Vorrichtungen kamen die Behörden unter anderem durch ein Bekennerschreiben. Zudem hatte ein aufmerksamer Bürger wichtige Hinweise geliefert. Die Polizei durchsucht deshalb weiterhin Bereiche entlang von Stromtrassen und bittet die Bevölkerung um Unterstützung. Die Dimension der Funde ist inzwischen erheblich: Allein in Sachsen wurden innerhalb weniger Tage 21 Sprengvorrichtungen entdeckt. Die Sicherheitsbehörden nehmen deshalb weitere mögliche Anschlagsziele der kritischen Infrastruktur besonders genau unter die Lupe.

Stromversorgung blieb stabil

Trotz der Vielzahl der entdeckten Vorrichtungen blieb die Stromversorgung nach bisherigen Erkenntnissen stabil. Die Sprengsätze konnten entschärft werden, bevor es zu größeren Schäden kam. Der Fall zeigt allerdings, wie verwundbar zentrale Teile der Energieinfrastruktur sind. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und möglichen weiteren Tatorten laufen weiter.

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