Mysteriöse Mordserie in Bulgarien

Ein rätselhafter Dreifachmord erschüttert Bulgarien – und endet mit sechs Toten. Was als Spurensuche nach drei Verdächtigen begann, mündete in einem Szenario, das Ermittler selbst an die düstere Kultserie Twin Peaks erinnert.

Drei Tatverdächtige tot in Wohnmobil gefunden

Wie Bulgariens Polizeichef Sachari Waskow am Sonntag mitteilte, wurden zwei Männer und ein 15-Jähriger tot in einem Wohnmobil am Okoltschiza entdeckt, einem Berg im westlichen Teil des Balkangebirges. Alle drei wiesen Schussverletzungen auf. Bei ihnen handelt es sich um die Verdächtigen im Fall eines zuvor entdeckten Dreifachmordes.

Bereits am Montag waren in einer ausgebrannten Berghütte, rund 80 Kilometer entfernt, drei erschossene Männer gefunden worden. Sie standen offenbar in direktem Zusammenhang mit den nun tot aufgefundenen Tatverdächtigen.

Verbindungen zu umstrittener Organisation

Sowohl die Opfer als auch die mutmaßlichen Täter gehörten der sogenannten Nationalen Kontrollagentur für Schutzgebiete (NAKZT) an – einer Organisation selbsternannter „Ranger“, die unter anderem Ferienlager für Jugendliche veranstaltete. Ermittler sprechen von einer dubiosen Struktur.

Brisant: Bereits vor zwei Jahren war die Organisation wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs von Kindern angezeigt worden. Im Zuge der aktuellen Ermittlungen stellte sich laut dem Chef des Inlandsgeheimdienstes, Denjo Denew, heraus, dass die Gruppe über einen „paramilitärischen“ Apparat verfügte. Generalstaatsanwalt Borislaw Sarafow erklärte, die Aktivitäten der Organisation seien offenbar nicht „mit den Interessen der Gesellschaft, des Landes und der Kinder vereinbar“.

„Beispielloses“ Verbrechen

Polizeichef Waskow bezeichnete den Fall als „beispiellos“ – zumindest für Bulgarien. Die Kombination aus abgelegenen Tatorten, einer geheimnisumwitterten Organisation und sechs Toten innerhalb weniger Tage wirft zahlreiche Fragen auf: Handelte es sich um interne Abrechnungen? Um eine Eskalation innerhalb einer sektenähnlichen Struktur? Oder um den Versuch, Spuren zu verwischen?

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Klar ist bislang nur: Der Fall offenbart ein mögliches Netzwerk mit paramilitärischen Zügen und dunkler Vergangenheit – und könnte sich zu einem der schwerwiegendsten Kriminalfälle des Landes entwickeln.

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