Düsseldorf. Nach einer gezielten Schussattacke auf ein Taxi in der Düsseldorfer Innenstadt kämpft ein 40-jähriger Mann weiter um sein Leben. Ein bislang unbekannter Täter hatte am Dienstag mehrfach auf den Fahrgast geschossen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Opfer um den Neffen eines niederländischen Drogenhändlers, der seit rund 20 Jahren in den Niederlanden in Haft sitzt.
Der schwer verletzte Mann wurde unmittelbar nach der Tat in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert. Auch am Mittwochmittag schwebte er nach Angaben der Ermittlungsbehörden weiterhin in akuter Lebensgefahr. Er war von mehreren Kugeln getroffen worden. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.
Ob die Tat in Zusammenhang mit kriminellen Aktivitäten aus dem Drogenmilieu steht, ist bislang offen. Zwar ist der Onkel des Opfers wegen schwerer Straftaten, darunter Drogenhandel, verurteilt worden, ein direkter Zusammenhang mit dem Angriff lasse sich derzeit jedoch nicht belegen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, betonte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Am Tatort auf der Kaiserstraße fanden Ermittler zahlreiche Patronenhülsen. Das Taxi weist nach Polizeiangaben insgesamt zehn Einschusslöcher auf, neun davon auf der Beifahrerseite der Frontscheibe. Neben dem Fahrer und dem später verletzten Fahrgast sollen sich noch weitere Personen im Fahrzeug befunden haben. Sie blieben ebenso wie der Taxifahrer unverletzt.
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Neben zahlreichen Einsatzkräften kam auch ein Hubschrauber zum Einsatz, um nach dem oder den flüchtigen Tätern zu fahnden. Die Kaiserstraße wurde vollständig gesperrt, was insbesondere zwischen den Feiertagen zu erheblichen Verkehrsproblemen führte. Viele Menschen waren in der Innenstadt unterwegs, etwa zum Einkaufen oder Umtauschen von Geschenken. Rund um den Tatort bildeten sich lange Staus.
Die Ermittlungen dauern an. Hinweise auf die Identität des Schützen oder ein mögliches Tatmotiv liegen bislang nicht öffentlich vor. Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen, sich mit sachdienlichen Hinweisen zu melden.


