Im Vogtland ist es erneut zu einer Serie spürbarer Erdbeben gekommen. Wie das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) nach erster Auswertung mitteilte, registrierten die Messstationen am Mittwochabend gleich fünf deutlich wahrnehmbare Erdstöße. Die Beben sind Teil eines anhaltenden Erdbebenschwarms nahe der tschechischen Stadt Luby, unweit der sächsischen Grenze.
Die beiden stärksten Erschütterungen ereigneten sich am 1. Januar 2026 um 17:38 Uhr und 18:04 Uhr mit Magnituden von 3,1 und 3,2 auf der Richterskala. Drei weitere Beben folgten mit Magnituden zwischen 2,3 und 2,7. Der Erdbebenherd lag nach Angaben der Experten in rund 7,5 Kilometern Tiefe.
Der aktuelle Schwarm ist bereits seit dem 20. November aktiv und befindet sich nun in seiner dritten intensiven Phase. Zuletzt waren rund um den Nikolaustag ähnliche Erdstöße registriert worden, die ebenfalls von vielen Menschen deutlich gespürt wurden. Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur sind bei Beben dieser Stärke zwar nicht zu erwarten, dennoch sorgen die Erschütterungen regelmäßig für Verunsicherung in der Bevölkerung.
Besonders bemerkenswert ist die Magnitude von 3,2: Ein Wert dieser Größenordnung wurde im Vogtland zuletzt im Jahr 2018 überschritten, als es zu Beben mit Lokalmagnituden von bis zu 3,8 kam. Die Region Vogtland/Nordwestböhmen gilt seit Langem als eine der seismisch aktivsten Zonen Deutschlands und ist bekannt für sogenannte Schwarmbeben, bei denen zahlreiche Erdstöße ohne ein einzelnes starkes Hauptbeben auftreten.
Die seismische Überwachung übernimmt in Sachsen der Seismologie-Verbund Sachsen unter Koordination des LfULG. Ein dichtes Netz an Messstationen in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt sowie im Vogtland und Westerzgebirge ermöglicht eine kontinuierliche Beobachtung der Erdbebenaktivität. Die Experten verfolgen die Entwicklung des aktuellen Schwarms genau und schließen weitere spürbare Beben in den kommenden Tagen nicht aus.


