Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist erneut zum Präsidenten für Staatsangelegenheiten gewählt worden – ein Amt, das als höchste politische Position im abgeschotteten Staat gilt. Die Entscheidung fiel durch das Parlament, die Oberste Volksversammlung, und war nach Einschätzung von Beobachtern von Beginn an reine Formsache.
Die staatliche Nachrichtenagentur Korean Central News Agency sprach von einem „einstimmigen Willen des gesamten Volkes“. Offizielle Bilder zeigen Kim inmitten der politischen Elite, inszeniert vor monumentalen Statuen seines Vaters Kim Jong Il und seines Großvaters Kim Il Sung – ein symbolträchtiger Verweis auf die dynastische Kontinuität der Macht in dem autoritär geführten Staat.
Wahl ohne echte Auswahl
Die Wiederernennung folgt auf die Parlamentswahl der vergangenen Woche, bei der die Bevölkerung formal zur Stimmabgabe aufgerufen war. Tatsächlich konnten Wähler jedoch lediglich die von der Staatspartei vorgegebenen Kandidaten bestätigen oder ablehnen. Laut offiziellen Angaben lag die Zustimmung bei 99,93 Prozent, bei einer nahezu vollständigen Wahlbeteiligung von 99,99 Prozent.
Internationale Beobachter und Experten sehen darin keine demokratische Legitimation, sondern eine gezielte Inszenierung. Die Abstimmung diene vor allem dazu, den Anschein politischer Beteiligung zu wahren und die absolute Kontrolle der Führung zu untermauern.
Inszenierung statt Wettbewerb
Analysten beschreiben den gesamten Wahlprozess als streng choreografiert. Alternative Kandidaturen oder politische Opposition existieren faktisch nicht. Die Wiederwahl Kims gilt daher weniger als politisches Ereignis, sondern vielmehr als Machtdemonstration eines Systems, das seit Jahrzehnten von derselben Familie dominiert wird.
Mit der erneuten Bestätigung festigt Kim Jong Un seine Position an der Spitze des Staates weiter. Gleichzeitig sendet das Regime ein klares Signal der Stabilität nach innen – und der Unveränderlichkeit nach außen.


