Paris. Am Freitagabend ist es am Pariser Wahrzeichen Arc de Triomphe zu einem mutmaßlich islamistisch motivierten Terrorangriff gekommen. Während einer Zeremonie am Grabmal des unbekannten Soldaten zog ein Mann ein Messer und ging auf Gendarmen los. Ein Beamter eröffnete das Feuer und stoppte den Angreifer.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach auf der Plattform X von einem „islamistischen Terror-Angriff“. Er würdigte das schnelle Eingreifen der Sicherheitskräfte und erklärte, die Flamme der Republik werde „angesichts des islamistischen Terrorismus“ weiterbrennen. Die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft, Parquet national antiterroriste (Pnat), übernahm noch am Abend die Ermittlungen.
Angriff bei Zeremonie an der Ewigen Flamme
Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez ereignete sich der Angriff während der Vorbereitungen zur Entzündung der Ewigen Flamme unterhalb des Triumphbogens. Diese erinnert täglich an die gefallenen Soldaten Frankreichs. Laut Gendarmerie stach der Täter auf einen Beamten ein. Ein weiterer Gendarm reagierte sofort und schoss auf den Angreifer, um ihn außer Gefecht zu setzen. Der attackierte Beamte blieb unverletzt.
Wie die Zeitung Le Figaro berichtet, soll der Mann während der Tat Parolen gerufen haben und von Rache für „getötete Frauen und Kinder“ gesprochen haben. Demnach hatte er bereits gegen 18 Uhr selbst die Polizei angerufen und ein Massaker am Arc de Triomphe angekündigt. Auch Le Parisien berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise über Details zur Identität des Täters.
Täter stirbt im Krankenhaus
Der Angreifer wurde von mehreren Kugeln getroffen und in ein Krankenhaus gebracht, wo er später seinen Verletzungen erlag. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen 1978 geborenen Franzosen. Er war den Behörden seit Jahren bekannt: 2012 war er in Belgien wegen eines Angriffs auf drei Polizisten zu 17 Jahren Haft verurteilt worden – unter anderem wegen versuchten Mordes und Terrorismus. Damals hatte er erklärt, er wolle das Land für das Burkaverbot „bestrafen“.
Zuletzt war der Mann in Seine-Saint-Denis nahe Paris gemeldet. Sein Name wurde aus Ermittlerkreisen mit Brahim B. angegeben.
Symbolischer Ort, maximale Wirkung
Der Anschlagsort verleiht der Tat besondere Brisanz. Der Arc de Triomphe gilt als eines der zentralen Symbole der französischen Republik und ist regelmäßig Schauplatz staatlicher Gedenkzeremonien. Dass ein bewaffneter Angreifer ausgerechnet dort zuschlug, unterstreicht die symbolische Dimension der Tat.
Frankreich bleibt damit erneut Ziel islamistisch motivierter Gewalt. Die Ermittlungen sollen nun klären, ob der Täter Unterstützer hatte oder allein handelte.


