Die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat eine neue Dimension erreicht. Nach Angaben des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth hat das US-Militär ein iranisches Kriegsschiff in internationalen Gewässern mit einem Torpedo versenkt. Der Angriff soll sich vor der Küste Sri Lankas ereignet haben und forderte offenbar zahlreiche Todesopfer unter der Besatzung.
Auf einer Pressekonferenz bestätigte Hegseth den Angriff, nannte jedoch zunächst keinen konkreten Schiffsnamen. Verschiedene US-Medien sowie ein ranghoher Regierungsbeamter, der anonym bleiben wollte, gehen jedoch davon aus, dass es sich um die iranische Fregatte „IRIS Dena“ handelt. Das Schiff war kurz zuvor südlich von Sri Lanka gesunken.
Notruf kurz vor dem Untergang
Nach Angaben der sri-lankischen Regierung setzte das Kriegsschiff am frühen Mittwochmorgen einen Notruf ab. Laut Außenminister Vijitha Herath befand sich die Fregatte zu diesem Zeitpunkt etwa 40 Kilometer südlich der Küste des Inselstaates.
Als Rettungseinheiten der sri-lankischen Marine am Unglücksort eintrafen, war das Kriegsschiff bereits vollständig untergegangen. Lediglich eine große Ölspur auf dem Meer deutete noch auf den Ort der Katastrophe hin. Überlebende berichteten von einer heftigen Explosion kurz vor dem Sinken des Schiffes.
Mindestens 87 Tote – weitere Besatzungsmitglieder vermisst
Die Zahl der Opfer ist weiterhin unklar. Der stellvertretende Außenminister Sri Lankas, Arun Hemachandra, erklärte gegenüber dem Fernsehsender Ada Derana, dass bislang 87 Leichen geborgen wurden. Zuvor hatte die Regierung von rund 180 Menschen an Bord des Kriegsschiffs gesprochen.
In einer gemeinsamen Rettungsaktion von Marine und Luftwaffe konnten 32 Besatzungsmitglieder lebend aus dem Meer geborgen werden. Da die ursprüngliche Besatzungsstärke deutlich höher lag, gelten zahlreiche Seeleute weiterhin als vermisst.
Das Schiff befand sich laut sri-lankischen Behörden auf der Rückreise in den Iran. Zuvor hatte es in Indien an einer internationalen Flottenschau teilgenommen.
Schwer bewaffnete Fregatte aus iranischer Produktion
Bei der mutmaßlich versenkten „IRIS Dena“ handelt es sich um eine von Iran selbst entwickelte und gebaute Fregatte. Das Kriegsschiff war mit umfangreicher Bewaffnung ausgestattet, darunter schwere Geschütze, Boden-Luft-Raketen, Schiffsabwehrraketen sowie Torpedosysteme. Zudem verfügte das Schiff über einen Hubschrauberlandeplatz.
Die Fregatte war erst wenige Jahre zuvor in Dienst gestellt worden und galt als wichtiger Bestandteil der iranischen Marine. Bereits 2023 hatten die USA Sanktionen gegen das Schiff verhängt.
US-Militär intensiviert Angriffe auf iranische Marine
Das US-Militär bestätigte im Zuge der aktuellen militärischen Eskalation, dass in den vergangenen Tagen mehr als 20 iranische Schiffe zerstört worden seien. Ziel sei es laut US-Angaben, die Schlagkraft der iranischen Marine entscheidend zu schwächen.
Das US-Zentralkommando CENTCOM, das für militärische Operationen im Nahen Osten verantwortlich ist, erklärte zudem, in der vergangenen Nacht auch ein modernes Kriegsschiff der Soleimani-Klasse der iranischen Revolutionsgarde zerstört zu haben.
Mit der Versenkung eines weiteren Kriegsschiffes droht der Konflikt zwischen Washington und Teheran nun endgültig auf See zu eskalieren. Beobachter warnen, dass die jüngsten Angriffe den ohnehin angespannten Konflikt weiter verschärfen und eine direkte militärische Konfrontation zwischen beiden Staaten wahrscheinlicher machen könnten.


